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Listen to Vicky Podcast Didaktik 02 by victoria herraiz MP3 song. Vicky Podcast Didaktik 02 song from victoria herraiz is available on Audio.com. The duration of song is 15:32. This high-quality MP3 track has 1138.151 kbps bitrate and was uploaded on 17 Jun 2024. Stream and download Vicky Podcast Didaktik 02 by victoria herraiz for free on Audio.com – your ultimate destination for MP3 music.










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In this podcast episode, the topic of frustration in singing and instrumental lessons is discussed. Frustration is defined as the hindrance of a goal-oriented activity and the resulting state of consciousness. Frustration can arise from not achieving desired results or expectations in music practice or performance. It can also occur when there is a conflict between the student's own musical goals and those of the teacher. Frustration can be avoided or minimized by allowing students to have some autonomy in their learning, creating a positive and motivating learning environment, and developing resilience and enthusiasm to overcome frustrations. Frustration can also be used productively by channeling it into increased motivation and determination to achieve one's musical goals. Ob beim Ăœben, im Unterricht oder beim Zuhören von anderen Musikern. Frustration mit sich, dem Instrument oder vielleicht sogar mit der Musik im Generellen ist ein Phänomen, was jeder Musizierende in seiner Laufbahn als Musiker bestimmt mehr als einmal erlebt hat. Es scheint pauschal zum Musikmachen dazuzugehören. Dieses Phänomen wollen wir heute im Podcast von Didaktiki der didaktischen Wiki behandeln, nämlich Frustration im Gesangs- und Instrumentalunterricht. Wie vermeiden und wie nutzen? Zur Beantwortung dieser Frage habe ich mir ein Gast ins Studio geholt, Elise Klesow, selbstpassionierte Sängerin und KĂ¼nstlerin, die als Musikerin den Begriff Frustration beim Musizieren bestimmt auch genau so gut kennt wie ich. Sie wird mir heute ein paar Fragen zu diesem Thema stellen. Hallo Elise, danke, dass du da bist und herzlich willkommen. Hallo Vicky, vielen Dank, dass ich heute da sein darf. Ich freue mich. Wir beide reden ja viel miteinander Ă¼ber Frustration in unserem musikalischen Umfeld, sei es jetzt bei uns im Studium beim Singen, beim Ăœben oder im Unterricht. Hast du das GefĂ¼hl, dass uns bis jetzt gezeigt wurde oder vermittelt wurde, wie man mit dieser Frustration produktiv umgehen könnte? Leider nein. Was ist Frustration denn Ă¼berhaupt genau und wie lässt sie sich denn definieren? Das ist eine gute Frage und damit sollten wir den Podcast wahrscheinlich starten. Wie lässt sich Frustration definieren? Nach der Definition ist Frustration einfach die Bezeichnung fĂ¼r die Behinderung einer zielgerichteten Aktivität und fĂ¼r den daraus resultierenden Bewusstseinszustand. Im musikalischen Kontext hieĂŸe das, man Ă¼bt viel oder man steckt viel Arbeit rein, man lernt viel und es kommen einfach keine Ergebnisse. Man spielt trotzdem nicht so gut, wie man will, der Lehrer scheint nicht zufrieden zu sein oder irgendein asiatisches Kind auf YouTube ist trotzdem besser. Dabei ist noch eine Unterrichtssituation, vor allem eine musikalische Unterrichtssituation, die meistens ja in 1 zu 1 ist, nochmal spezifischer, weil da zwei Erwartungen oder zwei Ziele dieser zielgerichteten Aktivität, also des Musizieren, vorhanden sind, beziehungsweise aufeinandertreffen und diese auch kollidieren können. Klar, das kenne ich auch. Vor allem als jĂ¼ngeres Mädchen im Flöten- und Gesangsunterricht hatte ich oft das GefĂ¼hl, nicht zu verstehen, was der Lehrer wollte oder ich selber wollte vielleicht andere Dinge als er und ich hatte ein anderes Image von meinem Musizieren. Genau, das ist sehr wichtig, was du gerade gesagt hast. Oft resultiert Frustration aus dem Nicht-Ă¼berlassen von Leistungs- beziehungsweise musikalischen AnsprĂ¼chen von Lehrer oder SchĂ¼ler oder aus Selbstverwirklichungsmotiven, die mit der reellen Ist-Situation des Instrumentalspiels oder dem Gesang nicht Ă¼bereinstimmen. Gleichzeitig können LeistungsansprĂ¼che und Selbstverwirklichungen in derselben Person des SchĂ¼lers als Gegensätze auftreten. Zum Beispiel, man hat irgendeinen Wettbewerb, auf den man sich vorbereitet oder der Lehrer möchte eine gewisse Technik vermitteln, man selber möchte aber sich ganz anders verwirklichen oder einem macht es mehr SpaĂŸ, anders zu musizieren, vielleicht mehr im Popularbereich, wenn man in einem klassischen Kontext des Instrumental- oder Gesangsunterrichts ist. Oft weiĂŸ man gar nicht wirklich, wie man sich da orientieren soll oder worauf man den Fokus setzen soll, was natĂ¼rlich auch frustrierend wirken kann. Zusätzlich hat sich das Ăœben generell als zentral demotivierender Faktor herausgestellt, den wir bestimmt eh alle an der eigenen Haut haben erfahren dĂ¼rfen. Zum Teil durch das Fehlen eines Zieles, wofĂ¼r Ă¼be ich, was ist eigentlich mein Ziel, was kann ich damit erreichen und so weiter. Aus all diesen Faktoren können dann auch verschiedene Arten von Frustration entstehen. Frustration mit sich selber, wenn es einfach nicht klappen will beim Ăœben und man weiĂŸ halt nicht warum. Oder wenn man nicht so gut ist, wie man gern wäre. Das vor allen Dingen in kompetitiven Zusammenhängen spielt es natĂ¼rlich eine groĂŸe Rolle, wie zum Beispiel bei Wettbewerben, wo man sich so denkt, man ist gut vorbereitet und dann sieht man andere und fällt total in sich zusammen, weil die irgendwie besser sind. Das hatte ich zum Beispiel, als ich aus meinem kleinen Dorf in Spanien gekommen bin und erstmal geschaut habe, was können denn die anderen, weil klar, zu Hause war ich eh immer gut genug und dann in der groĂŸen Welt waren halt sehr viele Leute, die halt ihre Sache gut gemacht haben. Naja, aber es kann auch Frustrationen mit dem Lehrer geben, mit der StĂ¼ckauswahl, mit dem Unterrichtsmaterial und so weiter. Und meinst du, diese lieĂŸen sich vermeiden? Ich denke schon, dass man Frustrationen bis zu einem gewissen Grade im Kontext des Musizierens bzw. des musikalischen Unterrichts zumindest eindämmen kann. Ich finde, Frustrationen lieĂŸen sich zum Beispiel vermeiden, indem man informelle und formelle Lernwege verknĂ¼pfen kann oder dass sie sich gegenseitig befruchten. Wenn man SchĂ¼lern zum Beispiel eine gewisse Selbstbestimmtheit zulässt und diese in eher institutionelles und organisiertes Lernen mit einbringt, diese als GerĂ¼st nimmt und von diesem selbstbestimmten Lernen seine Vorteile erkennt und wahrnimmt, das ist vor allem wichtig, je älter ein SchĂ¼ler wird bzw. bei Erwachsenenunterricht, kann man einen höheren Wert von intrinsischer Motivation erwarten, weil durch diese selbstbestimmten Lernwege der SchĂ¼ler einfach mehr Eigenmotivation mitbringt bzw. einfach mehr mitbestimmen kann am Unterricht. Tracy und Ryans Theorie der Selbstbestimmung ist der Mensch in seinem selbstbestimmten Handeln auf drei Energiequellen angewiesen, welche die Prozesse beeinflussen, mit der Hilfe der Mensch seine Triebe und Emotionen, also eben auch seine Frustration und deren Bewältigung autonom steuert. Diese drei Energien sind Kompetenz, soziale Eingebundenheit und Autonomie, unter anderem durch informelle Lernwege. Autonomie meint dabei, to have the desire to be self-initiating and have a sense of acting in accord with one's own sense of self, also den Wunsch, Eigeninitiative zu zeigen und das GefĂ¼hl zu haben, im Einklang mit dem eigenen Empfinden von sich selbst zu handeln. Autonomie heiĂŸt jedoch nicht, die völlige Freiheit des Individuums von allem, sondern dass das Umfeld dem Individuum einen angemessenen Freiraum zum selbstbestimmten Handeln gibt, sich das Individuum gleichzeitig im gegebenen sozialen Umfeld geborgen fĂ¼hlt. Also ist es Eigenständigkeit in einem bestimmten Rahmen, quasi die VerknĂ¼pfung von informellen und formellen Lernwegen. Die eigene Autonomie ist auch fĂ¼r die Kompetenz wichtig, die zweite Energiequelle, von der Tracy und Ryans sprechen. Um die eigene Kompetenz wirksam zu spĂ¼ren, muss das Individuum nämlich selbstständig handeln können und die Konsequenzen seines Handelns nachvollziehen können. Denn wenn das nicht der Fall ist, entsteht eben die Frustration aus einer gewissen Inkohärenz des eigenen Empfindens seines Handelns, wie man denkt, dass man gehandelt hat, und den Konsequenzen, die das Handeln hervorruft, wenn sie sich eben nicht Ă¼berlappen. Tracy und Ryan leiten aus Kompetenz und intrinsischer Motivation daher einen Zusammenhang her. Der Mensch fĂ¼hlt sich intrinsischer motiviert, je höher das eigene Erleben seiner Kompetenz in einem Bereich ist. Hierbei kommt es stark auf die RĂ¼ckmeldung an. Und als ich das gelesen habe, musste ich sofort an ein Zitat von Heidemanns denken, nämlich, das Temperament des Lehrers zog den NachschĂ¼ler in seinen Bann. Und das fand ich sehr spannend, weil ich ehrlich gesagt auch immer die Erfahrung habe, ich glaube, die geht ähnlich, wenn du einen motivierten Lehrer hast, oder einen Lehrer, der dir das GefĂ¼hl gibt, dass ihm SpaĂŸ macht, mit dir zu arbeiten, oder dass er SpaĂŸ am Musizieren hat und dem irgendwie einen grĂ¶ĂŸeren Wert gibt, dass man dann automatisch viel motivierter ist, auch mit seiner eigenen Handlung, weil einfach das GefĂ¼hl, mit dem man im Unterricht geht und mit dem man im Unterricht ist, viel positiver ist. Ja, genau, das sehe ich total. Ganz genau. Deswegen finde ich ein wichtiger Faktor, um eben die Frustration zu vermeiden, ist ein positives Ambiente im Unterricht natĂ¼rlich und auch positive, motivierende RĂ¼ckmeldung, ohne jetzt natĂ¼rlich die Schränge zu verlieren und so weiter. Gleichzeitig, was ich dann auch ganz spannend fand, finde ich, ist Frustration nutzbar. FĂ¼r mich war das immer so, je frustrierter ich war, desto produktiver war ich, auch in der Schule. Wenn ich in meinem Down war, habe ich irgendwie viel mehr Energie oder Willen gehabt, zu arbeiten oder mich hinzusetzen und wirklich meinen Traum zu erledigen. Da habe ich mir jetzt Ă¼berlegt, was denn wichtig ist fĂ¼r dieses produktive Nutzen von Frustration. Da habe ich ein bisschen nachgelesen und das Wichtigste scheint dabei zu sein, zum einen Resilienz und zum anderen Enthusiasmus. Hier ist auch nochmal wichtig zu klären, dass Enthusiasmus nicht gleich zur Motivation ist. Enthusiasmus ist Enthusiasmus an einer Idee, an dem Abstraktum, vielleicht des Musizierens, an der Kunst, am Lernen. Der Enthusiasmus ist grĂ¶ĂŸer als Motivation, weil Motivation eher ein zeitlich bedingter Kick ist, von ich möchte etwas machen. Aber Enthusiasmus ist dieses grĂ¶ĂŸere Ziel, warum mache ich das fĂ¼r die Liebe der Musik, fĂ¼r das Lernen, fĂ¼r was auch immer. Deswegen ist ein Enthusiasmus wichtig, um bei kleineren Frustrationen nicht sofort aufzuhören oder sich demotivieren zu lassen. Aber auch Resilienz ist wichtig. Nämlich man muss Resilienz entgegen die Frustration, also die Frustration an sich abdrehen lassen oder aus der Frustration neue Motivation finden. Zu entwickeln wäre dafĂ¼r aber eine Auffassung, die Resilienz als aktives Tun bezeichnet. Dieses Tun kann dazu fĂ¼hren, dass ein resilienter Mensch sich eine Haltung erwirbt, mit der er bestimmte widrige Ereignisse leichter befältigt, vielleicht sogar gelegentlich an sich abdrehen lässt. Also Ă¼berhaupt nicht. Sondern sagt, okay, ich habe mich halt wohl genervt, aber egal, ich mache trotzdem weiter und sich nicht sofort immer unterziehen lässt. Jeder kennt natĂ¼rlich negative GemĂ¼tszustände im Verhältnis zum Musizieren. Ich bin nicht gut genug, ich habe keine Lust mehr, bla bla bla. Aber meist ist es ja nicht beim ersten Mal, wo man sich so denkt, boah, jetzt habe ich mal gar keinen Bock, dass man sagt, ich höre es komplett auf zu musizieren, ich gehe nie wieder zum Unterricht oder was auch immer. Es ist eher, wenn sich das mehr durchzieht. Das heiĂŸt, je jĂ¼nger ein SchĂ¼ler ist, denke ich, desto wichtiger ist es, dass man den SchĂ¼ler fördert, wenn man sieht, dass er diese Frustration erfährt, dass er diese Frustration eben empfindet von ich weiĂŸ gar nicht, ob ich das will, ich habe gar keine Lust zu Ă¼ben, boah, gar keinen Bock auf das Instrument und so weiter und so fort, dass man den SchĂ¼ler da abholt und schaut, wie man ihn einfach mit diesem Zustand vertraut machen kann, dass es kein schlechter Zustand zwangsläufig ist, sondern er einfach normal ist, damit der SchĂ¼ler langfristig lernt, dass es kein Grund ist, aufzugeben oder alles hinzuschmeiĂŸen. Frustration sucht dann natĂ¼rlich, aber auch immer indirekt, nach einer Möglichkeit, um Ă¼ber einen Umweg zum Ziel zu gelangen. Wenn ich irgendwie beim Ăœben frustriert bin und sage, boah, ich komme gerade gar nicht voran, man weiĂŸ aber, ich muss vorankommen, suche ich natĂ¼rlich mir eine Methode oder einen Weg, trotzdem voranzukommen, trotzdem an mein Ziel zu kommen. Deswegen kann man Frustration natĂ¼rlich produktiv nutzen, um eben neue Ideen zu bekommen, neue Herangehensweisen, vielleicht sucht man sich Hilfe, vielleicht schaut man ein Tutorial auf YouTube oder was auch immer. Weswegen Frustration als produktives Mittel sehr nutzbar ist. Ein Beispiel vom produktiven Nutzen von Frustration hat mir neulich meine Gesangstheorerin im Unterricht erzählt und das fand ich sehr interessant, wie man eben diese Frustration als Chance nutzen kann. Sie hat darĂ¼ber geredet, wie sie versucht hat zu vermitteln, was StĂ¼tze ist, beziehungsweise wie man StĂ¼tze empfinden kann. StĂ¼tze beim Gesang ist aber ein sehr abstraktes Thema, wo sehr viele auch passive Muskelgruppen mit einspielen, deswegen ist es halt sehr schwer zu erklären. Und sie meinte, weil sie es mit dieser Erklärung versucht, ihre Gesangstheorin immer benutzt hat und hat im Video gesehen, ja das kommt bei den SchĂ¼lern nicht an. Sie macht es eh, aber wenn sie es machen, ist es eher aus Zufall oder aus GlĂ¼ck und nicht, weil die Erklärung so anschlägt. Dann hat sie es Ă¼ber einen anderen Weg versucht, Ă¼ber anatomischere Sachen, Ă¼ber keine Ahnung, seine Zähne zeigen, hat aber immer jeweils gesehen, dass es einfach nicht funktioniert hat. Und da musste sie sich dann auseinandersetzen mit dieser Tatsache und hat dann einen Weg gefunden, den sie jetzt in ihrem jetzigen Unterricht immer benutzt und wo ich einfach sagen muss, fĂ¼r mich und fĂ¼r alle anderen SchĂ¼ler aus ihrer Klasse, die halt mit dem Weg bekannt sind, dass dieser Weg total gut anschlägt, die sofort das Konzept der StĂ¼tze so schnell verstehen, weil sie einfach aus diesem Frustrationszustand, weil keiner versteht, was ich meine, eine Formulierung finden musste, die jetzt so effektiv ist, dass sie eigentlich jeder versteht. Das heiĂŸt, aus der Frustration hat sie eine Chance genommen. Dementsprechend ist es also sehr wichtig, dass man den SchĂ¼lern von klein auf vermittelt, mit Frustration umzugehen, also resilient dieser Frustration gegenĂ¼ber zu sein. Eben auch, dass man die Misserfolge kennenlernt und ich finde das durch Musik zu lernen, um eben an der Musik weiterzumachen und die Freude daran weiterhin zu finden, ist sehr wichtig und sollte im Musikunterricht oder im musikalischen Unterricht viel mehr behandelt werden, einfach damit man den SpaĂŸ am Musizieren, was ja eigentlich die Grundidee des Musizierens ist, nicht verliert und des Musizierens nicht aufgibt. Vielen Dank fĂ¼r eure Aufmerksamkeit und vielen Dank auch dir, Elise, dass du heute bei uns im Studium warst. Danke sehr, es hat sehr viel SpaĂŸ gemacht. Das fand ich auch. Bis zum nächsten Mal bei einer neuen Folge von Didaktiki, der didaktischen Wiki.
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