
Momentan läuft über dem Osten Deutschlands und Teilen der Tschechischen Republik das Manöver Airdefender 2023. Jenz Steiner hälten das für einen schlechten Weg. Warum, das begründet er in seinem Kommentar.
Listen to Jenz Steiner - Kommentar Air Defender 2023 Manoever by Jenz Steiner MP3 song. Jenz Steiner - Kommentar Air Defender 2023 Manoever song from Jenz Steiner is available on Audio.com. The duration of song is 04:29. This high-quality MP3 track has 320 kbps bitrate and was uploaded on 12 Jun 2023. Stream and download Jenz Steiner - Kommentar Air Defender 2023 Manoever by Jenz Steiner for free on Audio.com ā your ultimate destination for MP3 music.










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The speaker has a problem with the German-led military exercise Air Defender 2023, following the Arctic Challenge exercise in Finland. They criticize the argumentation of the German military and compare it to the rhetoric used by the East German Defense Minister in the past. The speaker believes that such displays of military power send the wrong message and are dangerous. They argue that maneuvers are symbolic politics and aim to distract from the issues within the German military. The speaker also believes that maneuvers provoke aggression rather than promoting peace. They mention the environmental and human impact of these exercises and question their effectiveness in achieving peace. The speaker concludes by expressing their pacifist beliefs and concerns about the negative consequences of maneuvers. Ich habe ein Problem. Ich bin Pazifist. Das ist aber nicht mein Problem. Ich habe ein Problem mit dem von Deutschland ausgerichteten Luftkampfmanƶver Air Defender 2023 und das nachdem gerade das GroĆmanƶver Arctic Challenge von Finnland an der russischen Grenze ausgerichtet wurde. Ich habe schon ein Problem mit der Argumentation der Bundeswehr. Wenn Generalleutnant Ingo Gerhards, der Chef der Luftwaffe, sagt, dass so ein Kriegsspiel mit 10.000 SoldatInnen aus 25 LƤndern nƶtig sei, damit, wie er sagt, wir am Ende des Tages in diesem Land auch noch in Frieden und Freiheit leben kƶnnen, dann erinnert mich das auf ganz perfide Weise an die Argumentationslinien des NVA-Generalobersts und DDR-Verteidigungsministers Heinz Hoffmann, der 1960 sagte, der Frieden muss verteidigt werden, der Frieden muss bewaffnet sein. Kriegsrhetorik. Aus meiner Sicht setzt so ein Kettenrasseln, so ein Showing off an modernem KriegsgerƤt die falschen Zeichen. Wer Krieg spielt, spielt mit dem Feuer. Manƶver sind symbolische Politik. Das ist keine Geste des Hey, wir lassen uns nicht provozieren, wir stehen auf der Seite der Opfer. Das ist ein Komm doch, wenn du eine geballert haben willst. Inpolitisch soll das aus meiner Sicht über die in den letzten Jahren schon so oft angeprangerten maroden VerhƤltnisse innerhalb der Bundeswehr hinweg tƤuschen. Manƶver sollen das MilitƤr salonfƤhig machen und die militƤrische PrƤsenz, also das, was Krisenindikator ist, zur Gewohnheit machen. So geht Dreamwashing beim MilitƤr. Manƶver sind gefƤhrlich. Nicht nur für die Menschen, die daran teilnehmen. Die Menschen, die Tiere, die Umwelt, die davon betroffen sind. Sie sind eine Provokation. 250 FluggerƤte begeben sich bis 23. Juni in die Luft, hauptsƤchlich über Ostdeutschland. Etwa 100 stellen die USA. 64 Maschinen kommen von der deutschen Luftwaffe, Hubschrauber, Eurofighter, Tornados, Transporter und Tanker. Ich habe noch nie gehƶrt, dass das Auffahren von MilitƤrequipment in dieser Form die Regierung eines Aggressorstaats jemals dazu geführt hƤtte, sofort in Friedensverhandlungen zu treten und kleinweil zu geben und zu sagen Ach ja, ihr habt ja recht, ich gehe mal wieder unverrichteter Dinge nach Hause. Manƶver eskalieren. Sie entspannen nicht. Manƶver liefern wichtiges und kostbares statistisches Zahlenmaterial zur taktischen und strategischen Planung. Eine von vornherein defensive Auslegung des Manƶvers Air Defender 2023 kann ich mit meiner AuĆenperspektive nicht erkennen. Manƶver diskreditieren die ohnehin geschwƤchte Friedensbewegung. In der Freien Heide, der Kyres-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs und Süden Mecklenburgs, demonstrierten vor 20 Jahren regelmƤĆig Tausende friedlich gegen eine Weiternutzung des Bombarduroms, einem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz zwischen Wittstock und Neuruppin, in dem Armeen herrlich das Bombardieren von StƤdten üben kƶnnen. 2009 hatten ihre Proteste Erfolg. Das Projekt wurde gestoppt. Was für ein StoĆ in die Magengruben der AktivistInnen der damals so starken Friedensbewegung. Zu der Friedenswanderung von der momentan ebenfalls angeschlagenen Partei DIE LINKE kamen am Wochenende gerade mal 150 Menschen. Am 17. Juni, am Tag der Bundeswehr, soll es die nƤchste Aktion geben. Diesmal in Brandenburg an der Havel. Und ich befürchte, mehr als 150 Menschen werden dort auch nicht erscheinen. Ich bin weder MilitƤrexperte noch bin ich erfahren auf dem politischen Parkett der Diplomatie. Aber ich bin Pazifist und der festen Ćberzeugung, dass Manƶver mehr Schaden anrichten als sie Nutzen bringen. Ich bin auch froh, dass ich das sagen kann. Anders erging es dem russischen Menschenrechtsaktivisten und Memorialmitbegründer Oleg Orlov. Dem drohen jetzt drei Jahre Haft, weil sich das russische MilitƤr von einem Facebook-Post von ihm auf der franzƶsischen Seite Mediapar diskreditiert gefühlt hat.
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