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Lead Long and Prosper, euer Spellcast fĆ¼r Freude an FĆ¼hrung. Erfahrungen, Tipps und wertvolle Hacks fĆ¼r alle, die mit viel Freude fĆ¼hren wollen. Hallo und herzlich willkommen zu unserem heutigen Spellcast Lead Long and Prosper Freude an FĆ¼hrung. Wir haben auch heute wieder einen wunderbaren Gast fĆ¼r uns und euch eingeladen und gewonnen es hier. Gastgeberin von unserer Seite heute sind Achim PlĆ¼ckebaum, der mit mir das GesprƤch fĆ¼hren wird. Hallo, willkommen Achim. Hallo. Und Sabine Schmidthodt, die heute Spellcasterin ist und im Hintergrund mithƶren und zum Ende eure Takeaways zusammenfassen und in den Kontext Freude an FĆ¼hrung stellen wird. Hallo Sabine. Hallo zusammen. Nun zu unserem Gast Michael Quast, willkommen Michael. Hallo. Michael Quast ist Schauspieler, Regisseur, Konferent und gestern haben wir uns entschieden Theaterdirektor und nicht Theaterleiter, sondern Theaterdirektor. Er hat an der Hochschule fĆ¼r Musik und darstellende Kunst in Stuttgart studiert, danach an Theatern in Ulm, in Frankfurt an der Oper, im Schauspiel in Stuttgart, in Hamburger Kammerspielen, am Pistoleur Comiche sowie in Film und Fernsehen. Auszeichnung hat er auch erhalten. Ich habe einfach zwei, drei rausgegriffenen hessischen Verdienstorden, Rheingau Musikpreis und den Friedrich-Stolze-Preis. Heute ist er in vielen Arbeits- und Schauspielrollen an der VolksbĆ¼hne in Frankfurt am Hirschgraben unterwegs. Ćber Rolle und der Freude in den unterschiedlichen Rollen wollen wir gerne reden. Allein deshalb, weil man in den Business-Konzepten ja auch immer davon spricht, in welcher Rolle bist du denn gerade? Ah, ich habe jetzt eine neue Rolle. Also insoweit glauben wir, dass da ein schƶnes GesprƤch entstehen kann und fangen an mit einer Frage. In welchen Rollen hast du denn den Vormittag schon verbracht? Ich habe den heutigen Vormittag zum groĆen Teil ganz unkĆ¼nstlerisch verbracht in meiner Funktion als Theaterdirektor, wie das so schƶn altmodisch heiĆt. Wir hatten heute Morgen schon unseren wƶchentlichen Jurafix mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich dann analog zusammensetzen und aktuelle Punkte durchsprechen. Das ist ein ganz wichtiger Termin in jeder Woche, mittwochs um neun. Also da bin ich als Manager gefragt. Und dann hatten wir ein GesprƤch mit einer FSJ-Bewerberin. Wir beschƤftigen bei uns am Haus solche jungen Leute, die eben ihr freies soziales Jahr machen und da bewerben sich immer Leute, die wir dann kennenlernen. Dann hatte ich ein GesprƤch mit einer Dame, die bei uns im Theater eine Stuhlpatenschaft Ć¼bernehmen will. Das kann man bei uns im Haus machen fĆ¼r 300 Euro. Und ihre Bedingung war, sie mƶchte ein persƶnliches GesprƤch mit mir fĆ¼hren. Da ging es ihr dann aber auch darum, sich selbst zu prƤsentieren mit ihren AktivitƤten. Eine Ƥltere Dame, die BĆ¼cher schreibt Ć¼ber OpernsƤnger und Ć¼ber Frauen im Zweiten Weltkrieg. Das fand ich interessant, weil sie erzƤhlt hat, was ihr an unserem Theater gefƤllt und was ihr nicht gefƤllt. Und das ist nicht so oft, dass jemand so freimĆ¼tig erzƤhlt. Und dann hatte ich einen Termin, das war dann eher was Kreatives. Da ging es um die Idee fĆ¼r eine neue Produktion bei uns am Haus. Und deshalb konnte ich bei einer Tasse Kaffee bei uns um die Ecke fĆ¼hren, dieses GesprƤch. Das war sehr angenehm und interessant und inspirierend. Der Leiter, der unsere Fix leitet, der Marketingdirektor, der fĆ¼r das Marketing zustƤndig ist und dann der Regisseur, der Ć¼ber eine neue Inszenierung nachdenkt. Der KĆ¼nstler in dir kam sozusagen als Kunstmanager rauf. So kann man das sagen. Hƶchstens bei dem letzten Termin, wo es um eine neue Produktion ging, da ging es um die Ideen, wie man sowas umsetzen kann. Aber auch um Finanzierungsmƶglichkeiten. Das ist immer das Grundmotiv unter allen Treffen. Wann hast du zurĆ¼ckblickend auf dein GroĆwerden, du bist in Heidelberg groĆ geworden, habe ich jetzt gesehen. Wann hast du gemerkt, dass du dich selbst fĆ¼hren willst, als Schauspieler werden mƶchtest und selbst in deine eigene FĆ¼hrung in unterschiedliche Rollen reingehen willst? Wie hast du gemerkt, dass du Leute inspirieren kannst, bewegen kannst, fĆ¼hren kannst? Erstmal dich selbst fĆ¼hren und dann andere. Ich habe das natĆ¼rlich damals als Jugendlicher nicht so empfunden, dass ich mich selbst fĆ¼hren wĆ¼rde, sondern ich folgte einem BauchgefĆ¼hl und mit einem gewissen Trotz habe ich es dann durchgesetzt. Im Nachhinein kann man sagen, ich hƤtte mich in diese Theaterszene gefĆ¼hrt. Kann man vielleicht im Nachhinein sagen. Aber das ist eine Geschichte, die man nicht so rational erklƤren kann, wenn es jetzt um einen kreativen Beruf geht. Man spĆ¼rt als Jugendlicher oder vielleicht auch schon als Kind, dass man eine gewisse Wirkung auf andere Menschen hat, dass man Leute zum Lachen bringen kann, dass man keine Scheu hat, in einer gewissen Ćffentlichkeit sich zu produzieren. Eines meiner ersten Theatererlebnisse, bei denen ich selbst beteiligt war, ist, als VolksschĆ¼ler, ich stellte eine Krƶte dar und sprang mitten auf die BĆ¼hne, mitten unter die anderen spielenden Kinder. Das hatte eine groĆe Wirkung. Das ist eine frĆ¼he Erfahrung. Ich spielte das Lago von HƤndel auf der Geige und erregte Heiterkeit, weil ich das ganz schlecht gespielt habe. Ich fand das auch eine gewisse Art von Erfolgserlebnis, dass es komisch war. Ich schƤmte mich nicht dafĆ¼r, dass es komisch war, sondern ich war eigentlich zufrieden damit, dass die Leute das lustig fanden. Das sind so Erfahrungen, die einen dann in Richtung Theater fĆ¼hren. Dann war ich ein schlechter SchĆ¼ler, der aber beim Theaterspielen Erfolgserlebnisse hatte. Das war ein Thema, was mich mit Haut und Haar sozusagen ergriffen hat. Also nicht nur eine reine Kopfsache, sondern wirklich auch mit Haut und Haar. Es geht um kƶrperlichen Einsatz, um emotionalen Einsatz. Diesen Weg habe ich dann eingeschlagen. In Richtung Theater fĆ¼hren hast du gesagt, aber dann ein Theater fĆ¼hren ist ja nochmal eine andere Sache. Wie und wann hast du gemerkt, dass Kreative in dir zwar eine Seite ist, aber die andere Seite auch noch ist, andere Kreative zu fĆ¼hren? Als Schauspieler war ich irgendwann unzufrieden mit denen, die mich gefĆ¼hrt haben, also mit Regisseuren. Ich hatte eigene Ideen und die konnte ich nur umsetzen, wenn ich in eine FĆ¼hrungsposition komme. ZunƤchst einmal habe ich aber solistisch gearbeitet, weil ich da machen konnte, was ich wollte. Das hat sich dann so weiterentwickelt, dass ich dann eben auch mit Kollegen gearbeitet habe und andere angefĆ¼hrt habe. Also der Weg war, dass man sich selber fĆ¼hrt beziehungsweise selbst sein besser Interpret ist. So glaubt man jedenfalls. Und daraus ergeben sich dann ArbeitszusammenhƤnge, wo man in eine FĆ¼hrungsrolle reinkommt. Das muss man natĆ¼rlich dann auch wollen, da hatte ich aber groĆen SpaĆ dran. Und ich machte auch die Erfahrung, dass es funktioniert. Also wenn wir aus dem Business kommen, haben wir ja auch Rollenwechsler. Dann sagt man, du musst dich auf die neue Rolle vorbereiten. Wie ist es fĆ¼r dich, in eine Rolle reinzugehen? Also das ist der eine Teil der Frage. Zweite ist, wie ist es, wenn du aus dem Schauspieler dann zum Regisseur wirst? Das sind flieĆende ĆbergƤnge. Das mischt sich alles. Das ist nicht so klar zu trennen. Wenn ich als Schauspieler auf der BĆ¼hne bin, lƤuft parallel die Ebene des Regisseurs oder desjenigen, der mit einer gewissen Distanz das Ganze sieht und beurteilt. Das ist natĆ¼rlich auch problematisch, wenn man jetzt in einem Team arbeitet, wo es einen Regisseur gibt und ich bin Schauspieler. Da muss ich mich disziplinieren, damit ich nicht stƤndig dazwischen funke, weil ich habe eine Meinung dazu und das fĆ¼hrt zu Konflikten. Ich bin beides gleichzeitig. Wenn ich inszeniere und wir machen eine Pause, renne ich von der ProbebĆ¼hne ins BĆ¼ro und erledige Theaterdirektorenaufgaben. Das ist eine Form von Beweglichkeit, die ich eigentlich schƤtze. Das ist so, wie wenn man sagt, ich gehe mal raus an die frische Luft, eine rauchen und so gehe ich an den Schreibtisch und dann zurĆ¼ck auf die BĆ¼hne. Das ist ein Effekt, der nicht unbedingt stressig sein muss, sondern der auch eine willkommene Abwechslung mal darstellen kann. Das ist nicht immer so, aber das kann es auch sein. Insofern ist dieser Rollenwechsel, geht eins ins andere Ć¼ber. Und wenn ich am Schreibtisch bin, ist nicht ausgeschlossen, dass ich auch Ć¼ber die Schauspielerarbeit parallel nachdenke. Oder da vielleicht auch eine Inspiration kommt, weil du sozusagen einen geistigen Sprung machst. Also ich finde diese Beweglichkeit, dieses Springen von einer Ebene in die andere, finde ich gut, weil es alles in Bewegung hƤlt. Wenn sich irgendwas festfƤhrt, hilft so ein Sprung in eine andere TƤtigkeit oder in eine andere Rolle. Das Hin- und Herspringen zwischen den Rollen kann zu einer gewissen Entkrampfung fĆ¼hren, die sich vielleicht einstellt, wenn man immer nur in einer Rolle ist. Oder auch vielleicht Stabilisierung. Also der Stuhl auf drei Beinen steht fest, der wackelt nicht. Also im besten Falle. Es gibt natĆ¼rlich Situationen, wo das alles einfach zu viel ist und man keines richtig macht. Wahrscheinlich im Business-Kontext wĆ¼rde man das AgilitƤt nennen, was du beschreibst. Dass man zwischen verschiedenen Rollen hin und her springen kann und muss, aber auch eben um diese mentale AgilitƤt beizubehalten bzw. immer wieder auch diese KreativitƤt herauszufordern. Ist das, was du beschreibst und ist das etwas, was du auch jĆ¼ngeren Kolleginnen und Kollegen mitgibst? Ich wĆ¼rde das empfehlen. Wobei ich da sofort wieder auch EinschrƤnkungen sehe oder problematische Dimensionen sehe. Es steht ja dann der Vorwurf im Raum, du machst nichts richtig. Du hƤngst da Ć¼berall drin, du verzettelst dich, steig doch mal richtig ein. Bei diesen Rollenwechseln muss man natĆ¼rlich auch Kompromisse machen. Gerade im Sinne von, kannst du wirklich hundertprozentig einsteigen in die eine Sache, leide nicht die andere Sache dann darunter und so weiter. Nichtsdestotrotz finde ich das hilfreich, wenn man jetzt in so einem kreativen Beruf arbeitet, wie das bei mir der Fall ist, dass man diese Beweglichkeit hat. Es geht ja auch um Freude. Was ist die Freude in den drei Rollen als Schauspieler? Wo ist es dann wirklich die gelungene Premiere? Oder gibt es noch mehr Freude? Wie ist es dann, wenn du Regie fĆ¼hrst, wo kommt dann die Freude? Ist die anders? Unterscheidet sie sich? In gewissem Sinne empfinde ich meine Position als eine privilegierte Position, weil ich das machen kann, was ich habe. Meine private Leidenschaft ist mein Beruf geworden. Ich kann auf allen Gebieten Freude erleben und Energie zurĆ¼ckbekommen. Als Schauspieler natĆ¼rlich im Kontakt mit dem Publikum. Das ist die grƶĆte und wichtigste Energiequelle und auch der grƶĆte Quell eines Erlebnisses von Freude. Wenn eine AuffĆ¼hrung gelingt, in der man als Schauspieler auf der BĆ¼hne steht, ist es, warum man den Job macht, wo es zu einer ErfĆ¼llung kommt und zu GlĆ¼cksmomenten, wenn der Austausch zwischen BĆ¼hne und Publikum stattfindet. Als Regisseur erlebt man das in der konkreten Arbeit mit den Kollegen. Das ist eine atmosphƤrische Sache, wenn man das GefĆ¼hl hat, dass etwas gelingt, dass etwas zustande kommt, was man sich vorgestellt hat oder dass man Ć¼berrascht wird. Und als Theaterdirektor freut man sich, wenn man einen Geldgeber gefunden hat, wenn jemand sagt, ich gebe Ihnen was fĆ¼r die und die Produktion oder das finde ich toll, das unterstĆ¼tze ich. Ach wie schƶn, also da sind GlĆ¼cksmomente. Aber auch da, der Kontakt mit dem Publikum kann auch schrecklich sein, aber auch sehr schƶn sein. Also mir kommt der Begriff Resonanz. Einmal ich und das Team oder ich und das StĆ¼ck, ich und das Publikum, ich und die Organisation. Also ResonanzphƤnomen auf den unterschiedlichen Ebenen. Ja, auch im BĆ¼ro. So ein kleiner Betrieb wie die VolksbĆ¼hne im GroĆen Hirschgraben ist ja extrem angewiesen auf das Zusammenwirken von den Mitarbeitern im BĆ¼ro, von dem Team, was dieses ganze Theater in Gang bringt. Das ist teilweise der problematischste Teil des Theaters, weil wenn man auf so wenig Leute angewiesen ist, dann muss es stimmen. Wenn es da nicht stimmt, dann ist wirklich Krise. Und dieses Zusammenspiel in so einem kleinen Team ist extrem wichtig und wenn es gelingt, ist es natĆ¼rlich auch sehr schƶn. Michael, wenn ich da nochmal anknĆ¼pfen darf, erstmal bei Resonanz, vielleicht nochmal einen Schritt weiter, Feedback, das wir wieder aus der Businesswelt hƤufig bekommen. Wie ist das bei dir mit Feedback? Jetzt haben wir schon Ć¼ber die Zuschauer gesprochen. Das ist mit Sicherheit eine wichtige Feedbackquelle. Den gibt es bei euch ja noch die Kritiker. Die haben auch eine bestimmte Meinung und die Meinung kann ja sehr polarisierend sein und sehr interpretierbar. Wie gehst du mit Feedback um und wo holst du dir gesundes Feedback ein, sodass es dir auch die richtige Energie schenkt? Das muss ich oft einfordern, weil es nicht auf direkten Wege kommt, sondern um ein paar Ecken manchmal. Oder weil von Mitarbeitern eine Form von RĆ¼cksichtnahme stattfindet. Ach Gott, der hat doch schon so viel an der Backe. Da muss ich das aktiv einfordern. Was ich auch mache im Team, ihr mĆ¼sst es sagen, ihr mĆ¼sst es auf den Tisch bringen. Ich habe so viel im Kopf, da kann es passieren, dass ich manche Sachen nicht beachte, weil sie nicht klar auf dem Tisch liegen. Was die ƶffentliche Kritik betrifft, leidet das Theater unter einem Schwund an kompetenten Kritikern. Das ist leider so und das ist sehr schade, dass man keine sachkundige Kritik oder nur noch selten eine richtig sachkundige Kritik von Spezialisten bekommt, weil es den Berufsstand eines Theaterkritikers nicht mehr so richtig gibt. Alle mĆ¼ssen irgendwie alles machen und dann kommt eine NacherzƤhlung dabei raus oder da ƤuĆert selten jemand eine Meinung. Also man holt sich die Kritik im Kollegenkreis oder aus dem Publikum, wenn jemand so freimĆ¼tig ist, um sie zu ƤuĆern. Auch das ist was, was man oft einfordern muss. Michael, gibt es eine Rolle, die du gerne spielen wĆ¼rdest, neben den dreien, die du jetzt schon hast? Naja, als Schauspieler wird mir das oft gefragt, was Theater betrifft. In dem Sinne hatte ich nie so eine Traumrolle, sondern die Sachen sind auf mich zugekommen und dann hat sich mit der Zeit was angesammelt an tollen Rollen, die ich gespielt habe. Das Thema Film und Fernsehen ist ein problematisches Thema fĆ¼r jemand, der intensiv Theater spielt, weil das organisatorisch schlecht zusammenpasst. Bei mir ist es so, dass ich frĆ¼her mehr gedreht habe, auch interessante grƶĆere Produktionen, mit Oliver Storz zum Beispiel, der Willy Brandt-Zweiteiler seiner Zeit. Das war eine tolle Produktion, sorgfƤltig gemacht, auf hohem Niveau und da hatte ich das GlĆ¼ck, dass ich mit spielen konnte, den BKA-Chef. Das sind Ausnahmen, wenn sowas zustande kommt. Ansonsten war ich eine Karteileiche bei diversen Casting-BĆ¼ros, weil ich immer abgesagt habe. Man kriegt relativ kurzfristig Anfragen fĆ¼r Film- oder Fernsehproduktionen und im Theater plant man lƤngerfristig und irgendwann fliegt man dann halt raus, weil man nie Zeit hat. Insofern ist es eine faszinierende Arbeit mit der Kamera. Das habe ich eigentlich gerne gemacht. Es ist schwer, mit dem Theater das unter einen Hut zu bekommen. Wir haben in diesem Jahr eine Frage, die wir jedem fragen. Welchen Einfluss wird kĆ¼nstliche Intelligenz auf die FĆ¼hrung haben, aus deiner Sicht? Also beim Theater ist es so, oder bei der Form von Theater, die ich mache, wir sind rettungslos analog. Welche Auswirkungen hat KI? Mƶglicherweise lƶst KI die Sehnsucht nach dem echten Erlebnis aus oder beflĆ¼gelt die Sehnsucht nach dem echten Erlebnis, wo jemand auf der BĆ¼hne vor mir steht, der schwitzt und spuckt und im Moment mich erreicht und ergreift als Zuschauer. Dieses Erlebnis erlebt vielleicht durch den vermehrten Einsatz von KI eine gewisse Renaissance. Dass ich selbst KI nutze, ist nicht der Fall im Moment. Ob das mal eine Rolle spielt, kann ich schwer sagen. FĆ¼r meine Arbeit als Schauspieler erstmal nicht. Achim, hast du noch eine Frage oder rufen wir Sabine in unseren Kreis? Sabine, kommst du hinzu? Ich habe euch gerne zugehƶrt. Ich muss immer wieder schwunzeln, wenn ich unseren Titel dieser Folge mir durchlese, nƤmlich FĆ¼hrung und Theater und da kommt mir natĆ¼rlich sofort in den Kopf, FĆ¼hrung, was ein Theater, das Theater in der FĆ¼hrung und dank Michael haben wir uns heute damit ein bisschen beschƤftigen dĆ¼rfen und was nehme ich mit und was kƶnnte interessant sein auf der FĆ¼hrungseite zu lernen. ZunƤchst mal fand ich es nahezu erleichternd zu hƶren, dass es auch im kreativen Bereich Management in der FĆ¼hrung gibt. Das heiĆt, der Theaterdirektor, der schon Fixe macht. Ich finde das fĆ¼r alle, die zuhƶren und sich fragen, ist das eine Erfindung von GroĆinstitutionen, wirklich erleichternd zu hƶren. Nein, es macht Sinn, egal wie groĆ eine Gruppe ist, die etwas zusammen unternehmen will, die mĆ¼ssen sich treffen. Sie mĆ¼ssen so Fixe haben, das heiĆt, alle verlassen sich auf diesen Mittwoch um neun und ich kann nur empfehlen, seid verlƤsslich in der FĆ¼hrung, schaut, dass das etwas ist, was in diesem Fall analog, also spĆ¼rbar real ist und somit Zusammenschmiede zusammenhƤlt und dann auch schwierige Situationen meistern kann. Ich glaube, das ist fĆ¼r mich erstmal das Ćberraschendste, was ich gehƶrt habe, dass es selbst in der Theaterwelt so gut organisiert ist. Was ich auch schƶn finde, ist diese, in dem Management reinzugehen und dann auch mit der Dame zu sprechen, die sagt, ja, ich mache das nur, wenn ich mit dem Direktor spreche und dann auch selber reinzugehen. Sich in einem Werk, in einer groĆen Industrie, dort, wo das GeschƤft passiert, dort, wo die Wertschƶpfung entsteht, die Nase reinzustecken und immer wieder ein GefĆ¼hl dafĆ¼r zu kriegen, was macht es aus, dass unsere Dienstleistung, das, was wir verantwortlich sind, einen Markt hat und dazu gehƶrt es eben, tief reinzugehen, da zu sein, zuzuhƶren, GesprƤche zu fĆ¼hren. GroĆartig. Und letztlich das finanzielle Grundmotiv, fĆ¼r mich als ehemalige Bankerin natĆ¼rlich auch irgendwo wichtig, FĆ¼hrung dient einem Zweck, in diesem Fall in der Rolle des Direktors natĆ¼rlich auch, dem Ćberleben einer Theaterinstitution und dass das ein Leitmotiv ist und wir somit auch ƶkonomisch getrieben sind in der FĆ¼hrung, ist hier auch eine schƶne BestƤtigung. Was wir toll gelernt haben, ist wieder die Frage von, wo bin ich richtig, wo bin ich zu Hause? Ist FĆ¼hrung das, was mich leidenschaftlich begeistert? Und wir haben von Michael gehƶrt, es war sehr, sehr frĆ¼h, es war das Kind, ich kriege das Bild gar nicht aus dem Kopf, die Krƶte, die in diese Kindergruppe reinspringt, die Freude damals zu empfinden und heute so reflektiert zu sein, zu sagen, ja, da hat es angefangen. Also horcht in euch rein, was ist das, was eure Leidenschaft auslƶst? Was macht euch SpaĆ? Wo fĆ¼hlt ihr euch sicher und stabil und mutig? Lauft dahin, also folgt eurem BauchgefĆ¼hl und fĆ¼hrt euch in eure Rollen, dort werdet ihr erfolgreich sein. Der Rollenwechsel spielte natĆ¼rlich eine groĆe Rolle in den letzten Minuten und die Beweglichkeit, die ein Rollenwechsel auslƶst und da habe ich darĆ¼ber nachgedacht. Ich finde es sehr, sehr spannend, weil wir in der FĆ¼hrungsarbeit und in der heutigen Projektwelt, in der agilen Welt, das hatte Achim ja auch angesprochen, ganz, ganz oft in der Situation sind, am Vormittag die eine Rolle, den einen Hut aufzuhaben, am Nachmittag den anderen. Es gibt die privaten HĆ¼te, Ć¼ber die heute gar nicht gesprochen wurden, die aber meistens ja dann abends, nachts, am frĆ¼hen Morgen auch noch eine Rolle spielen und was ich heute wieder sehr stark gespĆ¼rt habe, ist, wie wichtig es ist, sich diese unterschiedlichen Rollen bewusst zu machen, die HĆ¼te zu definieren und sie bewusst aufzusetzen. Immer wieder eine Intervention zuzulassen, wenn man das GefĆ¼hl hat, ich komme mit dem einen Hut nicht weiter, sich zu entspannen, vielleicht in einer anderen Rolle, aber vielleicht auch einfach in diesem Moment drauĆen Luft zu holen und bevor man in die neue Bewegung reinspringt, sich bewusst zu machen, was fordert diese Rolle von mir ab. Und diese Beweglichkeit, 360-Grad-Perspektiven auf Aufgaben oder End-to-End zu denken, das ist das, was von uns heutzutage vielfach gefordert wird. Das muss man Ć¼ben, denke ich, denn auch Michael hat gesagt, Achtung an der Bahnsteigkante, das ist nicht ohne Preis zu haben, denn wenn man auf vielen Hochzeiten unterwegs ist, kann es auch manchmal sein, dass man nicht im Hier und Jetzt so stark ist. Also meine Empfehlung daraus ist, Rollenklarheit, sich der Rollen bewusst zu sein, die Rollen vorher sehr, sehr gut professionalisiert zu haben, weil dann ist die Gefahr vermutlich kleiner, dass in dem Rollenwechsel etwas verloren geht. Und der letzte Punkt, den ich wichtig finde, der mir SpaĆ gemacht hat zu hƶren ist, organisiert euch GlĆ¼cksmomente. Wir haben von Michael gehƶrt aus den unterschiedlichen Rollen, der Schauspieler, der den GlĆ¼cksmoment mit dem Publikum hat, der Regisseur, der von seinen Mitarbeitenden Ć¼berrascht wird und der Direktor, der erleichtert ist, wenn finanzielle Probleme gelƶst sind. Ohne GlĆ¼cksmomente in diesem taffen Alltag wird es wahnsinnig schwer. Also definiert euch, was ist fĆ¼r euch der GlĆ¼cksmoment und nehmt euch die Zeit, den GlĆ¼cksmoment wahrzunehmen und zu genieĆen. Dann gibt es, glaube ich, eine ganze Menge Energie fĆ¼r das AlltagsgeschƤft. Danke Sabine fĆ¼r die Klamotten, das Zusammendenken, Zusammenschreiben. Michael, wie schon angekĆ¼ndigt, hat der Gast immer das letzte Wort und das ist das letzte Wort, was du jetzt hast. Ja, was mir auch GlĆ¼cksmomente verschafft, das ist die Mƶglichkeit, etwas zu gestalten. Man wird sich ja manchmal erst bewusst, wenn man in einer gewissen Position ist, Mensch, was kann ich da eigentlich bewirken? Und da gibt es immer wieder neue Felder zu entdecken, wo man in so einer FĆ¼hrungsposition etwas bewirken kann. Und das ist eine tolle Chance, die einem GlĆ¼cksmomente bescheren kann, wenn man merkt, ich kann meine Umwelt oder da kann ich selbst gestaltend eingreifen. Das ist eine schƶne Entdeckung, wenn man in so eine Position reinwƤchst. Das war der Spellcast, Lead Long & Prosper mit Sabine Schmidtroth, Achim BrĆ¼ckebaum und Hans-Joachim Speng. Vielen Dank fĆ¼rs Zuhƶren und bis zum nƤchsten Mal.