
Track plays, engagement, audience growth, and performance across your audio.
Try now
Listen to Grenzen_2_14.10.26 by Dr. Retzel MP3 song. Grenzen_2_14.10.26 song from Dr. Retzel is available on Audio.com. The duration of song is 20:16. This high-quality MP3 track has 768 kbps bitrate and was uploaded on 14 Oct 2026. Stream and download Grenzen_2_14.10.26 by Dr. Retzel for free on Audio.com – your ultimate destination for MP3 music.










Creator Music & SFX Bundle
Making videos, streaming, podcasting, or building the next viral clip?
The Content Creator Music & SFX Bundle delivers 70 packs of hard-hitting tracks and sound effects to give your projects the fresh, pro edge they deserve.










Comment
Loading comments...
The episode discusses the topic of boundaries in family life, emphasizing the importance of recognizing meaningful boundaries, setting limits with children, and handling conflicts that arise when boundaries are challenged. It highlights the need for parents to focus on positive interactions with their children, acknowledge moments of cooperation, and avoid authoritarian approaches. The discussion delves into the complexity of enforcing boundaries and the need for clear communication rather than simply imposing limits. The transcript explores the challenges parents face in navigating conflicts with children and stresses the importance of understanding children's perspectives and developmental stages in setting and maintaining boundaries effectively. In der heutigen Folge geht es um das Thema Grenzen, Grenzen im Familienalltag, es gibt dazu bereits eine Folge und das hier ist die zweite Folge, die ich euch ja auch versprochen hatte. Und ich möchte in der heutigen Folge ganz genau darauf schauen, was eigentlich im Familienalltag passiert, was in der Eltern-Kind-Beziehung passiert, wenn es um das Thema Grenzen geht. Das war bereits Thema in der ersten Folge, aber ich finde es ganz gut, das einfach nochmal ganz kurz zu wiederholen und aufzufrischen, vielleicht haben ja auch noch nicht alle die erste Folge zum Thema Grenzen gehört, aber das kann man natürlich jederzeit nachholen und man muss ja auch nicht diesen Podcast in einer festen Reihenfolge hören, sondern kann einfach auch flexibel zwischen den Folgen hin und her switchen. Erst nochmal ein paar einleitende Gedanken, also wichtig ist mir wirklich nochmal zu betonen, eine sinnvolle Grenze erkennt man nicht daran, dass das Kind sie sofort abfeiert und gut findet. Das ist etwas sehr Wichtiges und ein Nein auszusprechen, im besten Fall auch mit einer sinnvollen Begründung, das ist ja im Grunde auch ein relativ leichter Part, also man macht sich vielleicht schon Gedanken, aber manchmal kommt es einem ja doch sehr leicht von den Lippen, dass man, also den Eltern, dass sie einfach sagen, nein, also das geht wirklich auf gar keinen Fall und das ist leider nicht möglich und die Eltern sind dabei vielleicht auch ganz freundlich und zugewandt. Natürlich, ich möchte auch jetzt das Thema nicht so darstellen, dass Kinder grundsätzlich keine Kompetenz haben und keine Fähigkeit auch sich manchmal einfach auch wirklich gut auf Grenzen einzulassen, also das gibt es ja auch und das ist auch wichtig, finde ich, bei dieser Folge auch zu betonen. Es gibt durchaus die guten großen Momente mit den Kindern, wo man sich auch innerlich wirklich freut, wenn sie dann eben diese Form von Einsicht auch zunehmend zeigen und sagen, okay, das ist zwar doof, aber dann ein bisschen hast du ja auch recht oder ich ärgere mich jetzt oder das ist schade oder dass sie auch sagen, in Ordnung, dann mache ich das jetzt nicht oder wir machen das nicht, aber können wir es dann vielleicht so und so machen, also dass sie auch eine ganz gute konkrete Lösung eben vorschlagen und das sind ja alles Momente, wo die Kinder eben keinen Wutausbruch bekommen und keinen Frust schieben, sondern sich ganz gut darauf einlassen können und es ist schon wichtig, sich auch vor allem an diese Momente auch zu erinnern, weil die gibt es schon, auch wenn Kinder viel Nein sagen und viel verhandeln, in vielen Familien gibt es doch diese Momente, wo das Kind sich auch relativ leicht mal auf eine Grenze einlassen kann und sich das auch immer wieder aktiv selbstbewusst zu machen, weil unser Gehirn einfach dazu neigt, dass wir uns Negatives einfach also viel besser merken wie positive Interaktionen, also das ist ständig so im Alltag, also wenn wir irgendwie von jemandem in der Öffentlichkeit zum Beispiel beim Einkaufen geärgert werden, also wenn wir da irgendwie einen Mini-Konflikt haben, dann ärgern wir uns natürlich, weil jemand unhöflich war oder sich vorgedrängelt hat. Wir sind dann damit beschäftigt, dass ein, zwei Personen auch irgendwie super freundlich waren und uns vielleicht vorgelassen haben oder dass es einfach eine andere gute Situation gab bei diesem Einkaufen, das beschäftigt uns dann weniger. Unser Gehirn neigt einfach dazu, dass wir uns stärker auf Negatives konzentrieren und man kann das aber tatsächlich auch trainieren, also sobald man sich dieser inneren Dynamik bewusst ist, kann man auch lernen, sich selber quasi zu erkennen oder sich selber zu reflektieren, wo ist es besser, wenn man es sagt und dass man sagt, ah ja, genau jetzt bin ich ja wieder mit meinen negativen Gedanken stärker beschäftigt, aber dieses und jenes war doch ganz gut. Und das würde ich genau in solchen Alltagssituationen trainieren, wo es noch leichter fällt, weil das hilft dann auch in schwierigen Momenten mit den Kindern, dass man das besser abrufen kann, dass man sich einfach sagt, ja, das war jetzt schwierig oder das war jetzt nicht so ideal gerade, aber ich kann ja mich jetzt auch nochmal so versuchen, ein bisschen zu erinnern, wie war der Tag heute oder wie war die Woche insgesamt? Ja, gut, das und das war jetzt vielleicht nicht so gut oder war wirklich schwierig, da hatte das Kind auch einen Riesenwutausbruch oder war sehr wütend auf mich oder was auch immer, aber da hatten wir doch wirklich viele gute Momente. Also versucht es wirklich als Eltern zu trainieren, das ist was ganz, ganz Wichtiges und es hilft auch, dass wir wirklich auch fair zu unseren Kindern sind, also dass wir eben sie nicht nur durch so eine negative Brille ständig sehen, was sie alles noch nicht können oder was sie nicht können und wie schwierig sie sind, sondern dass wir uns wirklich versuchen, auf das Gute auch in der Interaktion mit ihnen ganz bewusst zu konzentrieren. Aber natürlich ist es damit jetzt nicht komplett getan. Natürlich hat man mit den meisten Kindern, die in einem freien, liberalen Familienklima groß werden, sie eben nicht ständig mit autoritären Erziehungsmaßnahmen wie Strafen und Beschämung und sonstigen Demütigungen grenzt werden. Da hat man natürlich ständig kleinere und größere Konflikte am Laufen. Und Grenze auszusprechen oder das Kind auch einfach nur erstmal zu erinnern und zu sagen, du dieses und jenes muss ja noch gemacht werden, wie sieht es denn aus, fangen wir an, das geht uns ja manchmal relativ leicht von den Lippen. Und die eigentliche emotionale Arbeit beginnt aber dann meistens danach. Nämlich dann, wenn das Kind frustriert, widerwillig, wütend auf diese Grenze oder auch auf Forderung reagiert. Ihr seht, es gibt auch eine große Nähe zwischen Aufforderung, Erinnerung, dieses oder jenes steht an, das müsste gemacht werden, wie sieht es aus. Was dann aber eigentlich eine ganz normale Sache ist. Vielleicht noch irgendwie das Zimmer mal wieder aufzuräumen, also was wirklich notwendig ist. Oder eben noch die Zähne zu putzen. Und das wird dann aber ganz schnell manchmal mit Kindern zu einem riesen, massiven Konflikt, den man da verhandelt. Und wo das Kind seine Grenzen verteidigt. Manchmal auf eine Art und Weise, ich finde das kann man schon so sagen, wie wenn es wirklich um sein Lippen ginge. Also wie wenn man etwas von ihm verlangen würde, was wirklich unmöglich wäre. Also genau dieses Gefühl entsteht ja in dem Moment, in einem als Elternteil, dass man sagt, das kann doch eigentlich gar nicht sein. Ich habe doch nur gesagt, wir müssen jetzt los, hol deine Jacke. Ich habe das auch ganz freundlich gesagt. Und dann entsteht daraus ein massiver Konflikt. Und es geht natürlich nicht um die Jacke, sondern es geht darum, dass das Kind dann in dem Moment seine Grenze verteidigt, im Sinne von Nö, also von dir lasse ich mir gar nichts sagen. Also ich will hier jetzt auch gar nicht mitkommen. Ich bin frei, ich bin autonom, also nicht mit mir. Also das ist ja das Thema dahinter. Und die Eltern wiederum, die verteidigen dann auch eine Grenze. Also es geht dann auch plötzlich nicht mehr um die Jacke, sondern es geht um eine Grenze, die vielleicht auch wirklich sehr notwendig ist, weil man dringend aus dem Haus muss, weil man eine wichtige Kinderarztuntersuchung hat, einen Termin oder weil man sein anderes Kind eben irgendwo dringend auch abholen muss etc. Und dann hat man eben ganz schnell einen Konflikt, wo unterschiedliche Bedürfnisse aufeinanderprallen. Jeder behauptet oder ist der Meinung, er sei ihm recht und müsse das jetzt irgendwie durchfechten. Und dann ist man beim Thema der persönlichen Grenze oder der allgemeinen Grenze, wo Eltern dann sagen, also so geht das halt hier nicht. Also du überschreitest massiv meine Grenzen oder die Grenzen unseres Familienlebens. Ist ja erstmal wichtig, sich auch dieser Begrifflichkeit auch so ein bisschen anzunähern, weil es wird ja dann ganz schnell häufig gesagt, ja da musst du halt Grenzen setzen. Das ist so ein blöder Spruch. Also wenn das so einfach wäre, auch überhaupt dieses Setzen. Also was soll man denn da setzen? Also hinsetzen, hinschmeißen? Also es macht auch überhaupt keinen Sinn. Also ich störe mich auch sehr an diesem Begriff des Grenzensetzens, weil ich finde, das wird dann auch so, dass es dann einmal ausgesprochen und dann macht das Kind das und dann wird da auch nicht mehr verhandelt. Also das Wort der Eltern gilt einfach. Und das ist so absurd, weil das überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht, wie Eltern tagtäglich mit ihren Kindern massiv mal Stücke aushalten und verhandeln müssen. Und da sieht man, finde ich, auch an solchen Sätzen, wie Eltern irgendwas auferlegt wird oder irgendwie eine Realität, also eine scheinbare Realität vorgegeben wird, die aber ja gar nichts mit der wirklichen Realität zu tun hat. Also ich bin sehr dafür, dass man diese Begrifflichkeit Grenzen setzen einfach alle mal einfach ab, also schafft und stattdessen sich auch mehr auf dieses Grenzen Halten verständigt, weil darum geht es ja in aller Regel. Oder zumindest auch Grenzen erst mal zu benennen und sichtbar zu machen, weil das ist ja auch wieder der Punkt, das sind die Grenze. Das ist ja nicht ein Hindernis, was ich dann irgendwie hinstelle oder irgendwie einen Zaun und sage, da darfst du nicht drüber. Es ist was Unsichtbares in der Beziehung, wo man sagt, guck mal, wenn du so und so mit mir bist, dann geht es mir wirklich nicht gut. Oder dann hat das einen negativen Impact auf unsere Beziehung, auf unser Familienleben. Also es ist ja was Unsichtbares und man muss sich halt auch bewusst machen, dass Kinder das oft überhaupt nicht überblicken können mit dieser Weitsicht. Und der nächste wichtige Punkt ist außerdem, dass je jünger ein Kind ist, das ist natürlich auch überhaupt nicht in der Lage, sich in die Perspektive von jemand anderem hinein zu versetzen. Also das gelingt wirklich erst im Alter von viereinhalb, fünf Jahren einigermaßen auch nicht immer stabil, aber zumindest kognitiv ist die Möglichkeit gegeben, dass ein Kind mal nachdenkt und sagt, okay, na gut, das ist natürlich für Mama und Papa auch nicht so gut oder das hat mein Geschwisterkind geärgert oder meine Freundin im Kindergarten. Also diese kognitive Möglichkeit, also diese Fähigkeit, diese Kompetenz über die Perspektive von jemand anderem nachzudenken und damit auch zu verstehen, dass die eigene Weltsicht, die eigene Perspektive jetzt auch nicht die einzig wahre oder einzig richtige ist, das ist ja in der kindlichen Entwicklung ein ganz großer kognitiver Meilenstein. Und man muss sich wirklich bewusst machen, ein zweieinhalb-, dreijähriges Kind kann das einfach noch nicht. Die können zwar schon Mitgefühl, also rudimentär empfinden oder sind schon emotional betroffen, wenn dann auch was nicht gut läuft und haben schon auch Momente, wo man schon so Vorläufe auch spürt und sieht, dass hier etwas sehr beschäftigt, aber man nennt es ja die Theory of Mind, also die Fähigkeit, sich in die Welt von jemand anderem hinein zu versetzen. Dafür braucht es wirklich eine Reifung im Gehirn und das können Kinder wirklich erst im Vorschulalter. Wichtig ist mir auch nochmal zu sagen, also je jünger man ist, aber auch je gestresster man ist oder wenn Kinder sehr hungrig sind oder sehr müde, dann nehmen diese Fähigkeiten, also der Theory of Mind, die zwar grundsätzlich schon gegeben sind, dann auch immer wieder rapide ab. Und das kennen wir ja auch, also als Erwachsene, wenn es uns nicht gut geht, also wenn wir Stress haben, dann nimmt unser Feingefühl gegenüber anderen rapide ab. Und das ist ja auch genauso dann im Kontakt mit unseren Kindern. Also wenn wir einen guten Tag haben, wenn wir genügend zeitliche Ressourcen haben, wenn wir vielleicht im besten Fall noch irgendwie Unterstützung haben durch den anderen Elternteil, durch die Oma, wenn wir einfach gut in unserer Kraft sind und in unseren Ressourcen, dann fällt es so viel leichter, sich eher auf die Welt der Kinder einzulassen und auch verständnisvoller mit ihnen umzugehen. Und wenn das aber alles geht und wenn wir das nicht mehr haben, dann fangen wir an, also fieser zu werden. Man merkt dann auch, okay, jetzt bin ich nicht auf einem guten Pfad gerade unterwegs. Und das ist aber auch ein Warnsignal, dass man in dem Moment einfach das wahrnimmt und sagt, okay, mein Feingefühl, meine Empathie oder auch meine Fähigkeit reguliert mit dem Kind umzugehen, mit meinen Affekten, mit meinen Gefühlen nimmt gerade rapide ab. Und das ist ein Zeichen, dass ich gerade sehr gestresst bin. Und das passiert vielen Eltern und das ist auch erstmal nicht so dramatisch. Also es kommt natürlich auf das Ausmaß drauf an und wie heftig das ist und wie häufig. Aber ich möchte jetzt auch nicht zu weit springen, weil es war ja eigentlich eine Folge zum Thema Grenzen halten, Grenzen halten, nicht Grenzen setzen sollte sein. Meiner Erfahrung nach ist das schon für Eltern oft ein schweres Thema. Manchen fällt es leichter, manchen fällt es schwerer. Die Frage ist ja eigentlich schon, wenn man sich Gedanken macht über die Erziehung und über die Kinder und über sein Familienleben, woher weiß man denn eigentlich, dass die Grenze, die man jetzt irgendwie aufzeigt und versucht zu halten, dass die wirklich richtig ist und wichtig. Weil das Kind weint dann zum Beispiel sehr intensiv und reagiert heftig darauf. Und das löst natürlich total Zweifel in Eltern auch aus. Sie sind vielleicht, bevor sie das aussprechen oder in dem Moment, wo sie das sagen, absolut überzeugt davon. Und dann sehen sie die Reaktionen ihres Kindes und das löst natürlich Zweifel in ihnen aus. Und das ist aber auch erstmal was Gutes, weil dieser Zweifel, der ist zwar anstrengend in der Bewältigung, aber der ist natürlich auch ein Schutz, dass man eben nicht so autoritär wird. Weil wenn ich super autoritär bin, dann kann ich zwar auch Zweifel haben, aber ich schiebe sie komplett weg. Also das kommt vielleicht kurz für einen Moment, kommt es auch so als Impuls vielleicht schon auch in autoritären Eltern hoch, dass sie denken, oh je, das ist aber nicht so schön, wie mein Kind gerade reagiert. Das kann schon sein. Aber diese Zweifel und diese Sorge und dieses Mitgefühl auch für das Kind, das wird sehr schnell auf die Seite geschoben. Und dann sind die Eltern sozusagen wieder emotional oben auf und sagen, nein, nein, nein, ich habe das komplett richtig entschieden und ich bin hier die Person, die sagt, wo es lang geht und das Kind hat sich nach mir zu richten. Wenn man jetzt aber so nicht sein möchte, dann kann man ja genau in so einem Moment, wo das Kind dann wirklich heftig und emotional reagiert und vielleicht auch hier auch mal und dann vielleicht auch noch sagt, du bist so gemein, du bist so hart, wenn die auch schon älter sind, dann kann das ja in einem wirklich unangenehme Gefühle auslösen und auch wirklich die Sorge, dass man jetzt zu autoritär ist. Und dann hat man ja auch ganz andere Wünsche an die Beziehung. Also man wünscht sich ja eigentlich ein schönes Familienleben, eine gute Beziehung. Was in solchen emotionalen Situationen wirklich sehr häufig dann sich als Thema zeigt, manchmal sehr bewusst, manchmal auch eher unbewusst, dass das natürlich häufig auch Erinnerungen an die eigene Kindheit schon aktiviert. Also gerade die emotional fordernden Momente. Und dann ist es schon ganz gut, wenn man da auch ein bisschen sich reflektieren kann und dass man diese Erinnerungen, die dann vielleicht so in einem wach werden, nicht nur abwehrt, sondern dass man sich wirklich mal auch fragt, ja wie war das eigentlich bei mir? Also was habe ich denn da so für Erinnerungen? Wie waren denn meine Eltern, wenn sie irgendwie Grenzen formuliert haben? Also war das irgendwie sehr hart? War das irgendwie sehr willkürlich? Wurde auch mit Scham gearbeitet? Und die meisten Personen können da schon sehr konkret auch Situationen benennen. Und natürlich ist es mal so und mal so. Aber was ich empfehlen würde, ist eher mal zu überlegen, so wie war denn die überwiegende Stimmung der Eltern dabei? Und das kann auch von Elternteil zu Elternteil sehr unterschiedlich sein. Und man muss sich da häufig auch gar nicht jetzt an so eine konkrete Situation unbedingt erinnern, sondern wenn man zu Menschen sagt, wie war denn ihr Vater oder ihre Mutter so im Kontakt mit ihnen? Dann ist eigentlich blitzschnell ist eine Emotion da oder ein Gefühl. Also unerreichbar oder erreichbar, präsent, abwesend, also so Schlagwörter. Und so kann das halt auch gut beim Thema Grenzen sein. Ich meine, wenn jetzt ein Elternteil ständig abwesend war, dann hat man mit dem halt auch wahrscheinlich nicht viel Grenzsituationen erlebt. Ja, das hat dann der andere, der präsent war, viel massiver auch mit einem ausgefochten. Und das zeigt er auch. Also wenn jemand präsent ist und involviert eben in den Alltag mit Kindern, der hat auch mehr von diesen Situationen, wie jemand, der sich wenig einbringt. Also das ist ein ganz wichtiger Gedanke an dieser Stelle. Aber nochmal zurück zu der emotionalen Reaktion des Kindes. Starke Reaktion des Kindes auf einen Wunsch der Eltern, auf einen Hinweis, auf ein Nein, was auch immer, kann tatsächlich übertrieben sein. Also es kann wirklich sein, dass die Eltern nicht die beste Entscheidung getroffen haben. Kann sein. Ja, und das erleben viele Eltern. Es kann aber auch sein, dass es wirklich sinnvoll ist. Ja, also weil Eltern, einfaches Beispiel, sagen, okay, ich habe jetzt die Tüte mit den Süßigkeiten einfach weggeräumt. Ich habe sie weggenommen, weil das Kind hatte schon sehr viel. Es hatte am Tag davor schon viel. Und jetzt ist es gut. Also ich spüre, der viele Zuckerkonsum tut dem Kind nicht gut. Es wird dann sehr emotional. Wir haben dann auch keine schönen Nachmittage. Und grundsätzlich weiß man das ja eh, dass zu viele Süßigkeiten natürlich nicht gesund sind. Also ganz sinnvolle, wichtige Grenze. Ja, Punkt. Wichtig ist, diese starke Reaktion des Kindes schon genau zu beobachten und sich da Gedanken drüber zu machen, sich aber auch nicht sofort davon, also auf die andere Seite ziehen zu lassen, sondern wirklich noch mal zu überlegen und zu sagen, okay, also nur weil mein Kind jetzt sehr heftig schreit oder wütend ist oder auch weint, heißt es ja jetzt noch lange nicht, dass ich falsch entschieden habe. Also dass man sich da wirklich noch mal kurz sammelt und nachdenkt und dann aber auch wirklich auch mal selbstbewusst bei seiner Meinung bleibt. Es kann aber auch sein, dass man spürt, okay, das war nicht gut. Da bin ich jetzt irgendwie übers Ziel hinaus geschossen. Und dann wird es kompliziert, weil dann gehen die anderen Botschaften, die man Eltern so vermittelt, ja häufig im Kopf los. Also wenn du jetzt nachgibst, dann machst du dich unglaubwürdig. Das ist wirklich allergrößter Quatsch. Meiner Erfahrung nach ist es was sehr beziehungsstärkendes, wenn Eltern diese Größe haben, in dem Moment einen Schritt zurück zu treten von einer Entscheidung und wirklich auch zuzugeben, dass das drüber war. Und das ist für Kinder aber ein ganz wichtiger Moment, wo sie auch unwahrscheinlich erleichtert sind, wenn sie spüren, Mama und Papa setzen sich jetzt nicht einfach durch, also qua ihres Amtes, qua ihrer Position, wenn man das so sagen möchte, ja als Elternteil, sondern wenn sie wirklich erleben, die Eltern sind mitfühlend mit mir und reagieren auch auf meinen Kummer oder auf meinen Stress, den ich habe. Und das ist in der Beziehung zu Kindern etwas sehr Bindungs- und Beziehungsstärkendes. Das ist auch eine Form von Reparatur. Und Kinder sind da, also Kinder merken sich sowas auch. Vielleicht sagen sie nicht viel dazu, aber wenn man solche Situationen immer wieder hat und wenn es danach auch gut weitergeht, dann ist das sehr stärkend für die Beziehung. Und man weiß eben auch, es geht gar nicht darum, dass man da jetzt immer smooth und easy mit den Kindern durch den Familienalter kommt, sondern es sind genau diese schwierigen Momente, wo man es schafft, also dass man auf das Kind wieder einen Schritt zugeht, aber dass das Kind dann auch einen Schritt auf einem selber nämlich wieder zu macht und man sich dann wirklich mit einem guten Kompromiss einigen kann. Aber das war es jetzt für heute. Ich hoffe, es waren Gedanken für euch dabei, die einfach ein bisschen fortwirken und wo ihr was für euch mitnehmen könnt. Und dann alles Liebe und einen schönen Tag. Bis bald. Ciao.
There are no comments yet.
Be the first! Share your thoughts.
