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Listen to Grenzen_1 by Dr. Retzel MP3 song. Grenzen_1 song from Dr. Retzel is available on Audio.com. The duration of song is 27:22. This high-quality MP3 track has 768 kbps bitrate and was uploaded on 14 Oct 2026. Stream and download Grenzen_1 by Dr. Retzel for free on Audio.com – your ultimate destination for MP3 music.










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The discussion focuses on the importance of setting and maintaining boundaries in various relationships, especially within families. Establishing boundaries is crucial for healthy relationships, including parent-child dynamics, romantic partnerships, and friendships. Boundaries provide guidance and structure, aiding in protecting individuals and fostering autonomy. Parents face challenges in negotiating boundaries with children, balancing authority and flexibility. Different parenting styles impact how boundaries are established, with authoritarian approaches emphasizing control and compliance, potentially leading to conflicts and emotional coercion. It is essential for individuals to navigate boundary-setting effectively to ensure healthy relationships and personal growth. Hallo, heute geht es um das wichtige Thema Grenzen. Etwas, das viele Eltern im Alltag sehr beschäftigt. Also wie setze ich eine Grenze oder wie halte ich eine Grenze. Ich finde das ehrlich gesagt den schöneren Ausdruck. Also eine Grenze setzen klingt schon ja auf eine gewisse Art und Weise doch recht autoritär. Aber egal wie man es jetzt letztlich bezeichnet. Also alle Eltern sind mehr oder weniger intensiv mit dem Thema Grenzen beschäftigt und ringen da in aller Regel eben auch um eine gute Lösung. Und dann pressen Eltern natürlich auch auf unterschiedliche Kinderpersönlichkeiten und stellen natürlich auch fest, dass wenn sie mehrere Kinder haben, bei einem ihrer Kinder das viel intensiver eben Thema ist, wie jetzt bei einem anderen Kind. Ich möchte jetzt einleiten erstmal was dazu sagen, warum das Thema Grenzen überhaupt wichtig ist. Also man könnte ja auch sagen, das ist ja irgendwie so ein Oldschool-Ding und irgendwas Autoritäres. Also es braucht heute niemand mehr. Aber das stimmt ja nicht. Also das ist ja nicht nur jetzt in der Kindererziehung oder in der Bindung zu den Kindern ein wichtiges Thema. Also wie es gelingt Grenzen zu halten, Grenzen zu definieren, Grenzen auszutarieren. Sondern das ist auch im Leben von Erwachsenen ein ganz großes Thema und zwar in Beziehungen immer. Also das Thema Grenzen ist ja auch in der Paarberatung ein Riesenthema. Also Eltern verhandeln ja zum Beispiel Mental Load oder die Kindererziehung. Und ganz häufig geht es da aber einfach eben auch um das Thema der Grenze. Also wie gehst du auf mich zu, wie akzeptierst du das, was ich sage und wie oft muss ich etwas zum Beispiel sagen. Und wie das miteinander gelingt, das geht natürlich auch um Kommunikation, aber es geht vor allem auch darum, wie es einem Paar miteinander gelingt Grenzen zu verhandeln und Grenzen auch gut zu halten. Und das ist auch in Freundschaften natürlich ein Riesenthema. Also immer in Erwachsenenbeziehungen, auch in Kinderfreundschaften natürlich. Nur der Unterschied ist natürlich, also in einer freundschaftlichen Beziehung, auch wenn es mich schmerzt, kann ich die natürlich leichter auflösen, wie jetzt eine Paarbeziehung, vor allem wenn man gemeinsam Kinder hat. Und die Beziehung zu den eigenen Kindern ist ja sowieso nicht kündbar und familiäre Bindungen, also man kann wenig Kontakt miteinander haben oder den auch auflösen, wie zum Beispiel auch zu den eigenen Eltern, wenn die zum Beispiel auch nicht gut also die Grenzen achten. Also das ist alles möglich, aber es ist eine andere Form von Bindung und auch ein anderer Schmerz, wenn das eben nicht gelingt. Und deswegen ist es ja so wichtig, dass wir gut um das Thema Grenzen miteinander manchmal wirklich ringen und das gut miteinander aushandeln. Weil wie ihr glücklich und zufriedenstellend, wie ihr familiäre Bindungen eben erleben, hat wirklich damit zu tun, wie es miteinander gut in den Grenzen geht oder eben auch nicht. Und deswegen sind Grenzen eben nicht ein Oldschool-Thema, wo man sagt, ach ja, das braucht ja heute niemand mehr. Nein, also das ist etwas in der Erziehung und im familiären Gefüge, was sich immer halten wird und was immer wichtig sein wird. Ja und ich möchte euch auch noch in anderen Gedanken mit dazu geben, warum es wichtig ist, dass man mit seinen eigenen Kindern eben auch gut an diesem Thema arbeitet oder ihnen einfach auch hilft, ein Gefühl also für die Grenzen von anderen zu entwickeln. Weil es wirklich auch schon früh in der Beziehung zu anderen Kindern, also zu den Peers, ein wichtiges Thema ist. Und Grenzen sind eben natürlich auch wichtig, um Kinder zu schützen. Ja, also eben auch vor ungewollten Grenzüberschreitungen und deswegen ist es wirklich wichtig, sich gut mit diesem Thema zu beschäftigen. Und Grenzen geben einfach Orientierung und Halt. Und wenn das an der Familie fehlt, dann wird es auch sehr anstrengend für Kinder, weil sie überhaupt nicht wissen, wo ist den Eltern was wichtig, wo ist es weniger wichtig. Das verändert sich natürlich immer mal wieder von Tag zu Tag. Mal hat man mehr Zeit für etwas, mal hat man weniger Zeit. Also das alles macht es einfach so unwahrscheinlich kompliziert auch mit dem Thema Grenzen. Aber den meisten Eltern fällt es doch relativ leicht, also bei schützenden Grenzen, die ganz klar und eindeutig sind, da müssen sie ja nicht viel drüber nachdenken. Also wie zum Beispiel an der Ampel halten sie ihre Kinder fest oder wenn die Kinder irgendwas anderes gefährliches machen wollen. Da sind die Eltern in der Regel immer ganz klar und dann gibt es auch wenig Diskussion darüber, weil die Eltern so klar in ihrer Haltung sind. Aber natürlich ist es was vollkommen anderes, wenn jetzt ein Kind zum Beispiel sagt, dieses oder jenes möchte ich nicht essen, was ja eine wichtige Grenze von Seiten des Kindes ist, wie jetzt eben zu sagen, also hier musst du einfach stehen bleiben, also das ist eine gefährliche Situation. Aber wie ist es jetzt, wenn ein Kind sehr schwierig zum Beispiel beim Essen ist und Nudeln mit Ketchup und Schokocroissant laufen wunderbar, aber alles andere, was jetzt gesund wäre oder ein bisschen nährstoffreicher, wird von Seiten des Kindes abgelehnt. Und dann könnte man ja sagen, die Grenze vom Kind ist halt, es kann halt nur Nudeln mit Ketchup und Schokocroissant essen. Also das ist halt eine Grenze, das muss ich akzeptieren. Aber ihr seht genau an diesem Beispiel, so einfach ist es nicht. Also natürlich kann das mal, wenn das Kind krank war oder ein, zwei Tage kann man großzügig sein und sagen, okay jetzt ist die Ernährung vielleicht mal nicht so optimal oder vielleicht auch mal ein paar Tage länger vielleicht auch nach einem Infekt und dann sind die Kinder empfindlich. Aber auf Dauer, wenn man das so laufen lassen würde und damit argumentieren würde, das ist halt die Grenze vom Kind, also da darf ich nicht ran, also das muss ich einfach akzeptieren, dass mein Kind sich so ernähren möchte, dann würden Eltern ja ihrer Verantwortung nicht gerecht werden und dann würde es ganz schnell auch in eine Vernachlässigung reingehen. Und das Kind würde vielleicht einen Eisenmangel entwickeln und andere Dinge, also Nährstoffmangel, es würde nicht mehr sich gut entwickeln. Und das ist das Thema bei dem Thema, der Grenze ist einfach. Es wäre ja so einfach, wenn die Kinder das abnicken würden und sagen würden, okay du bist halt irgendwie 20 Jahre älter oder 30 Jahre älter bin ich, also du wirst es schon irgendwie gut für mich entscheiden. Also ich finde es zwar nicht cool, aber ich mache jetzt einfach mal mit. Also eigentlich habe ich jetzt auch keine Lust diese Karotten zu essen und diese Paprika, aber du bist ja mein Elternteil und du meinst es ja gut mit mir, also ich mache es jetzt einfach. Aber so ist es ja nicht mit den Kindern. Meistens ist es so, dass man mit einer guten Idee daran geht, dass man sich viele Gedanken gemacht hat und weiß, für das Kind ist das jetzt definitiv der bessere Weg. Immer weiß man es nicht, aber manchmal eben schon. Und dann trifft man auf diesen kindlichen Widerstand und das Kind sagt nein, nein, nein, nein, nein. Und das ist in der Autonomie-Phase natürlich ein Riesenthema, also circa vom 18. Lebensmonat bis irgendwie vier, fünf Jahre. Dann haben die Eltern die Hoffnung, es würde aufhören, aber das tut es nicht. Kinder, die meinungsstark heranwachsen dürfen, die sind auch mit zehn, zwölf und dann geht es eh schon Richtung Pubertät, nicht immer von allem zu überzeugen, was wir jetzt als richtig empfinden. Und das ist wiederum auch wichtig, weil die Kinder uns dadurch auch ständig korrigieren, weil sie ständig sagen, überleg noch mal, ist es wirklich so? Ist es wirklich wichtig? Muss ich das wirklich machen? Oder zettelst du dich da jetzt vielleicht auch gerade und was? Und ihr seht jetzt schon beim Einsprechen dieser ganzen Gedanken, wo es anfängt und wo es aufhört, also wo man da wieder rauskommt und wie schnell man sich eben bei diesem Thema wirklich in einem Wald verlaufen kann. Deswegen struggeln Eltern so stark mit dem Thema Grenze. Aber lasst uns mal kurz auf die Erziehungsstilforschung gucken. Baumrindt hat früh dazu geforscht und sie hat eben verschiedene Erziehungsstile beobachten können und auch für die Wissenschaft eben definiert und es wurde dann natürlich auch von anderen Forscherinnen und Forschern noch weiterentwickelt, aber basierend auf den Erkenntnissen von Baumrindt haben wir eben die folgenden Erziehungsstile und die lassen sich immer anhand dessen definieren, also wie warm, emotional ist ein Klima in der Familie, also wie verständnisvoll, wie zugewandt sind Eltern gegenüber ihren Kindern, aber auch wie viel verlangen sie von ihren Kindern, also wie viel setzen sie durch. Und es gibt eben den autoritären Stil, also da sind die Anforderungen von Seiten der Eltern einfach hoch, also es gibt wenig Mitentscheidungsmöglichkeiten, es gibt wenig Freiräume und das Nachgefälle ist klar. Also die Eltern entscheiden, die Eltern sagen, wo es lang geht und die Kinder haben sich danach einfach zu richten. Der Punkt ist einfach, also wenn dann es von Seiten des Kindes einen Widerstand gibt und die Kinder eben nicht mitmachen möchten oder eine andere Meinung haben, dann wird es ungemütlich und dann sind die Eltern eher schnell dabei mittels von emotionaler Erpressung zum Beispiel oder dass sie sehr kühl werden mit den Kindern, dass sie sich dann auch also entziehen, tagelanges Schweigen oder auch über den Tag hinweg, versuchen ganz klar damit zu kommunizieren, also wenn du nicht mitmachst, wenn du meine Anforderungen nicht akzeptierst, dann wird es schwierig zwischen uns. Und es gibt natürlich auch Familien, wo dann mittels Gewalt also ganz klar durchgesetzt wird, was das Kind zu tun hat. Die Bindung leidet massiv dann darunter, Kinder entwickeln dann einfach auch Angst vor ihren Eltern, wertschätzen sie auch einfach nicht mehr. Anderer Punkt ist natürlich auch, dass man Kindern dann keine Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln im Sinne von, dass sie ein eigenständiges Individuum werden. Das ist dann auch in ihrem Leben ein großes Problem in aller Regel, wenn sie immer jemanden brauchen, der ihnen sagt, wo es lang geht. Das kann dann später in der Beziehung, also in der Paarbeziehung natürlich ein großes Thema sein, aber auch schon früher am Schulhof im Sinne von, gerade sind alle gemein zu einem Kind, aber ich finde das eigentlich nicht gut, aber ich mache jetzt halt mit, weil so wie ich halt immer mitmache, auch in meiner Familie. Also es gelingt nicht gut, sich auch mal abzugrenzen und auch meinungsstark zu werden im Sinne von, da mache ich nicht. Das ist nicht nur das Einzige, was an autoritärer Erziehung problematisch ist, also es gibt wirklich einige Studien, die darauf hinweisen, also dass man entweder internalisierendes Problemverhalten entwickelt. Internalisieren bedeutet alles nach innen gerichtet, also Depressionen zum Beispiel oder Rückzug, Emotionaler, es muss gar nicht gleich eine Depression münden. Dass man sich stark in eine innere Welt zurückzieht, wenig dadurch auch teilnimmt am Äußeren. Ein anderer Effekt von autoritärer Erziehung ist, dass man ja externalisierendes Problemverhalten entwickelt. Also das bedeutet, man wird sehr aggressiv und verteidigt sich dann auch stark. Und das ist natürlich auch ein Effekt, also nicht alle Kinder, die autoritär erzogen wurden oder werden, sind still und angepasst. Es gibt auch Kinder, die rebellieren massiv, also gegen diese Form von ständiger Bevormundung oder auch Gewalt. Und das ist aber auch total belastend natürlich, also ständig dagegen zu sein und sich ständig aufzulehnen. Und es ist auch irgendwie berührend, wenn man sich das so vorstellt, dass Kinder einfach spüren, das ist nicht fair, wie es hier zugeht. Ich muss mich einfach wehren, aber ja auch auf gewisse Art und Weise chancenlos sind, weil die Erwachsenen einfach so viel stärker sind und weil sie so abhängig sind von den Eltern. Und dann kann es auch wirklich zu sehr gewaltvollen Interaktionen natürlich kommen, was auch gefährlich ist fürs Kind. Ein anderer Punkt ist aber auch, wenn man das noch mal ganz anders diskutiert, also wenn mit mir als Kind eben immer vorwiegend aggressiv und ja wenig mitfühlend umgegangen wird, dann ist das wie so eine Brille, was die Kinder eben aufsetzen. Das ist auch das Lernen am Modell. Und dann verhalten sie sich im Kontakt mit anderen genauso, weil sie ja nie was anderes in ihren Familien eigentlich auch erlernen konnten. Genau, Lernen am Modell, das ist auch eine psychologische Theorie, die auch sehr gut erforscht worden ist, also sehr valide ist und wo man einfach weiß, dass es so funktioniert, Lernen auf jeden Fall. Dann ahmen Kinder einfach das nach, was sie in ihren Familien eben erlebt haben. Und das führt dann natürlich auch wieder zu vielen Schwierigkeiten im Umgang mit ihren Peers, also mit ihren Gleichaltrigen, weil sie dann natürlich kaum aushalten können, dass jemand anderes, wie sie, eine andere Meinung vertritt. Und sie sind da sehr starr und unnachgiebig und verteidigen einfach das, was ihnen wichtig ist. Also das machen alle Kinder oder die meisten, aber auf eine Art und Weise, wo es nicht gelingt, sich ein bisschen flexibel auf den anderen einzustellen. Also das ist jetzt mal das zum autoritären Erziehungsstil. Und also ihr seht, es gibt nichts Positives daran. Man kann nichts Gutes daran finden. Im Sinne von, manchmal gibt es ja das, man sagt, okay, das ist irgendwie nicht so ganz ideal oder ein bisschen schwierig, aber immerhin das gelingt noch. Aber das kann man bei autoritärer Erziehung, kann man nichts Gutes daran finden. Nichts. Und ich meine, das ist tragisch. Und deswegen kann man nur davon abraten, so zu erziehen. Doch der Punkt ist, dass natürlich alle Eltern mal kurz vielleicht auch in was Autoritäreres reinrutschen. Und das ist auch nicht problematisch. Also wenn es sich wieder reguliert und wenn Eltern dann auch das erkennen und sagen, oh, jetzt war ich einfach zu streng oder zu unnachgiebig. Aber genau das ist der Punkt. Ja, also wenn es gelingt, also alle, die meisten Eltern haben mal einen autoritären Moment oder vielleicht neigen auch mal mehr dazu, also sich so zu verhalten. Aber wenn es gelingt, das für sich zu erkennen, zu sagen, oh, jetzt muss ich ein bisschen aufpassen, jetzt mache ich es anders und gehe wieder mehr auf mein Kind zu, bin auch wieder ein bisschen flexibler, dann ist das nicht problematisch. Lasst uns jetzt noch auf die anderen Erziehungsstile schauen. Es gibt ja noch den Laissez-fairen-Stil, der eben auch schnell in so ein vernachlässigendes Verhalten reinmündet. Da werden den Kindern eben kaum Grenzen geboten. Also es ist das komplette Gegenteil eben von autoritärer Erziehung. Ja, also man ist sehr weich, man ist sehr nachgiebig, aber man ist manchmal auch schon fast ein bisschen desinteressiert. Ja gut, dann willst du halt deine Zähne nicht putzen, ist vielleicht mal ein Abend, geht vielleicht auch mal wirklich nicht. Also wenn jetzt Zahnärztinnen und Zahnärzte zuhören, die werden natürlich nicht begeistert sein, wenn ich jetzt sowas sage, ich bin sehr fürs Zähneputzen. Ich möchte nur damit ein genauer in diesem Beispiel auch sagen, vielleicht gibt es wirklich mal einen Abend, wo es einfach nicht geht. Aber das heißt halt nicht, dass man es dann für die restlichen Tage in dieser Woche auch sein lassen sollte, sondern dass dann eben die Eltern ganz viel dafür zu tun, mit ganz viel Geduld und ganz viel Engagement, dass es an den anderen Abenden wieder möglich wird. Aber wenn ich in einem vernachlässigenden Haushalt groß werde, also wenn meine Eltern sehr lessiver sind, dann klappt es halt mal mit dem Zähneputzen, aber ganz oft klappt es halt nicht. Und der Wille des Kindes ist dann quasi heilig. Die Eltern scheuen sich dann auch, diese Konflikte zu führen und dann lassen sie es einfach. Und das fühlt sich vielleicht für das Kind erst mal ganz gut und angenehm an, aber es kann halt für die Gesundheit und für die psychische und seelische Entwicklung ganz viel negative Folgen haben. Deswegen ist es wichtig, dass Eltern nicht nur dem Willen ihres Kindes folgen, weil dieser Wille führt sie nicht unbedingt auf den besten Weg. Und das muss man sich einfach bewusst machen. Also Kinder leben rein gegenwartsbezogen. Die sagen auch, das möchte ich nicht, fühlt sich für mich gerade unangenehm an, deswegen möchte ich es nicht machen. Der Punkt ist, man kann aber manches auch später verschieben und dann funktioniert es, aber eben nicht alles und nicht ständig. Und bei der lessiveren Erziehung, da weiß man eben auch aus Studien, dass Kinder einfach dazu neigen, nicht so eine gute Impulskontrolle zu entwickeln. Häufig ja auch in der Schule eher nicht so gute Leistungen erbringen. Ich weiß, es ist ein schwieriges Thema, weil man sagt ja, gut, Kinder müssen ja auch nicht unbedingt gute Leistungen erbringen. Darum geht es gar nicht. Es geht darum, auch mal was in Angriff zu nehmen, wo man sagt, ich habe jetzt keine Lust drauf. Frustrationstoleranz zu entwickeln und draußen ist schönes Wetter oder was auch immer und man einfach sagt, okay, das ziehe ich jetzt durch die zehn Minuten. Ja, in der Grundschule sind es ja oft nur kurze Arbeitsblöcke, die die haben und dann gehe ich spielen. Und das ist was ganz Wichtiges eben auch fürs Leben, dass man es schafft, innere Widerstände auch mal zu überwinden und auch mit einer gewissen Frustration zurechtzukommen und genau das ist so wichtig mit Kindern eben auch zu üben. Und das wird bei der lessiveren Erziehung eben kaum gemacht. Und jetzt möchte ich noch über den Erziehungsstil sprechen, also der jetzt empfohlen wird oder der gut ist. Und zwar ist es die autoritative Erziehung, also nicht zu verwechseln mit autoritär, klingt ein bisschen ähnlich, aber autoritativ bedeutet, also es gibt Grenzen, wo die Eltern wirklich darauf achten, wo die dranbleiben, aber es gibt eben auch eine Weichheit und ein Verständnis für die Kinder und dass Eltern immer wieder bereit sind, ihren Kindern zuzuhören, das auszuhandeln mit ihnen, was dem Kind gerade wichtig ist. Und es ist einfach nicht so, was starres ist im Sinne von, ich habe es gesagt, also musst du es machen, ich bin der Erwachsene, ich definiere hier und aber auch nicht im Sinne, dass es eine Entwicklung gibt, dass man es einfach nur laufen lässt und gar nicht mehr kontrolliert. Und sehr entscheidend an dieser Stelle ist aber auch, also wie gehen Eltern damit um, wenn ihr Kind also zum Beispiel einfach auch eine Grenze massiv mal überschritten hat. Also oder auch ein ganz anderes Beispiel, also wie gehen Eltern damit um, wenn ihr Kind irgendwas gemacht hat, also irgendwie Sachen durch die Gegend geworfen hat und dann ist was kaputt gegangen, also es war außer sich oder das hat eben ein Geschwisterkind wirklich geärgert oder gezwickt. Es gab einfach definitiv eine schwierige Situation, wo man jetzt nicht nur großzügig drüber hinweg gehen kann oder möchte. Dann könnte man ja von dem Kind verlangen und sagen, du musst dich jetzt entschuldigen. Ich verlange das, also in einem autoritären System wäre das, du musst dich jetzt entschuldigen. Und in einem lesbischen System würde man gar nicht mehr darauf achten und sagen, ja mach halt was du willst. Und beides, ihr seht genau in diesem Beispiel, ist nicht gut. Also das Erzwingen von der Entschuldigung, also klar kann das Kind dann sagen Entschuldigung, ja so würde es vielleicht sein, also es würde nicht von Herzen kommen. Und in dem lesbischen System würde man sich gar nicht mehr drum kümmern, also es wäre einem egal. Und beides wäre nicht hilfreich für die kindliche Entwicklung. In einem autoritativen System würde man sagen, es war jetzt ein schwieriger Moment, also was war los. Man würde erst mal ins Gespräch gehen, kann auch sein, dass man dann nicht weiterkommen würde erstmal. Man würde das auch mit dem Kind aushalten, also man würde das Kind nicht zwingen sich zu entschuldigen, weil was bringt es eine Entschuldigung zu erzwingen, die jetzt nicht von Herzen kommt. Aber man würde mit dem Kind über einen längeren Zeitraum einen Konflikt halten und sagen, ich möchte nicht, dass du so und so mit deiner Schwester bist. Es geht nicht, sie weint oder du hast es ihr kaputt gemacht und man würde diesen schwierigen emotionalen Moment aushalten miteinander. Und vielleicht wäre dann wirklich oder sehr wahrscheinlich eine halbe Stunde lang schlechte Stimmung in der Familie und das bedeutet Grenzen halten. Im Endeffekt autoritär ist ja, dass man es auch ganz kurz und knapp nur macht. Okay, du hast dich daneben benommen, du musst dich entschuldigen, zack geht es weiter. Dann ist ja die Frage, was ist denn das Learning für das Kind? Also es versteht ja gar nicht, was eigentlich schwierig war oder was kann ich beim nächsten Mal besser machen. Das Kind lernt überhaupt nichts über gute Grenzen. Im Blessiferen sowieso nicht. Und deswegen ist es so wichtig mit den Kindern an dem Thema Grenze ja wirklich zu arbeiten. Also so möchte ich es nennen. Also dass man das Thema dann auch mal ruhen lässt, die Kinder dann auch nicht so sehr stresst, aber dass man dann, wenn sich alle beruhigt haben, in einem akuten Konflikt kann man ja eh meistens nicht gut was miteinander erklären, dass man das dann am Abend noch mal aufgreift und wirklich mit dem Kind darüber spricht, dass man auch Fragen stellt und sagt, was war denn da heute und dann kriegt man vielleicht auch eine Antwort und hört dann, ja aber meine Schwester hat dieses und jenes gemacht und dann war ich so wütend und dann wusste ich mir gar nicht mehr zu helfen und dann habe ich ihr Buch genommen und habe es zerrissen. Und das wäre ja eine wichtige Information. Und dann mit dem Kind darüber spricht und sagt, okay das verstehe ich, das war auch nicht okay von deiner Schwester, aber trotzdem ist es ja wichtig, dass du eine Lösung für dich findest, wenn du so wütend bist auf deine Schwester. Also ruf mich beim nächsten Mal oder was kannst du machen, du kannst weggehen und trotzdem ganz klar in der Message ist, dass man sagt, ich möchte nicht, dass du die Lieblingssachen von deinem Geschwisterkind kaputt machst. Und es kann sein, dass ihr das an diesem Abend ganz friedlich miteinander besprecht und das Kind ist super einsichtig und sagt, ja Mama, du hast ja recht, Papa, ich mache das nie wieder, große Versprechungen und zack, am nächsten Tag habt ihr schon den nächsten Konflikt. Und das würde man aber genauso wieder miteinander besprechen und klären. Natürlich bleibt es nicht immer nur beim Besprechen und Klären, manchmal muss man dann auch klar intervenieren und die Kinder auch trennen oder Dinge auch an sich nehmen, bevor sie zerstört werden. Aber es geht aber auch darum, in einem akuten Konflikt lässt er sich nicht immer sofort befrieden und dann hat man wirklich mal eine halbe Stunde oder eine Stunde wirklich schlechte Stimmung in der Familie und wo man wirklich auch mit seinem Kind in dieser Situation drin bleibt und sagt, nee, ich mache jetzt aber einfach nicht weiter. Und wenn man nur bei älteren Kindern machen, die eben schon gut reden können mit daheim, ja denen dann sagen, oh du sollst mir jetzt was vorlesen und ich will jetzt das und jetzt machst du dieses und jenes. Und wo man sagt, ja das ist dir wichtig, aber mir ist es auch wichtig, dass du nicht so mit mir sprichst, weil ich fühle mich da wirklich unwohl. Und dann liest man nicht vor, sondern diskutiert. Also das sind Grenzen halten. Und was auch noch wichtig ist, also eine gute Grenze erkennt ihr nicht daran, dass ein Kind sie sofort gut findet. Grenzen, die man formuliert, wo man dran bleibt und sagt, das ist aber wichtig, das müssen wir jetzt schaffen, die führen ganz häufig erst mal zu Frust, Protest und auch einer gewissen Disharmonie. Zum Abschluss dieser Folge möchte ich noch den folgenden Gedanken reingeben. Wenn ihr Vorgesetzte hattet, mit wem ihr gerne gearbeitet. Und die meisten Leute sagen, es ist angenehmer gewesen, mit jemandem zu arbeiten, der schon klare Vorstellungen hatte und der mir auch klar gesagt hat, also was ich tun soll, der aber auch, also auf den ich mich einfach verlassen konnte und wo ich immer wusste, okay, wenn jetzt irgendwas schief läuft, also ich kann immer zu dem kommen, ich kriege da jetzt nicht maximal Ärger. Also das wäre ja so eine gute Autorität. So klar in den Grenzen, klar in den Anforderungen, aber auch immer offen und ansprechbar und vor allem unterstützend, wenn etwas nicht gut geklappt hat. Also finde ich sehr schön, diese Vorstellung. Also das ist für mich eine gute Autorität, wenn man diesen Begriff verwenden möchte und wo man sagt, okay, dieser Person, da habe ich auch ein gutes Gefühl. Also was die auch von mir verlangt, das ist auch irgendwie sinnvoll. Vorgesetze, die dagegen sehr streng sind und wo man Angst hat, Fehler zu machen, klar, also das ist eindeutig. Also die fürchtet man oder vor denen hat man irgendwann auch wenig Respekt. Also die schätzt man einfach nicht. Also autoritäre Vorgesetzte, die dann im schlimmsten Fall noch cholerisch sind. Also mit denen arbeitet man nicht gerne und die verlässt man dann auch häufig, wenn man die Möglichkeit hat, weil man sich denkt, das muss ich mir wirklich nicht antun mit dir. Also ihr seht, sowas ist dann kündbar in der Arbeitswelt, aber in der Familie eben nicht ohne weiteres. Dann aber die Personen, die so wankelmütig sind, dann ja und ich weiß es doch auch nicht, mach mal so, ach so, nee, so ist es auch nicht richtig, ach ich weiß es auch nicht, entscheid du mal. Dieses hin und her, da sagen die meisten Leute, das hat mich so genervt und die oder der wusste nie, was sie wollte. Dann hat man es gemacht, dann war es falsch, dann hat sie sich wieder aufgeregt oder sie hatte überhaupt keine Meinung. Und natürlich sind das jetzt Beispiele aus der Arbeitswelt, das ist schon auch mal was anderes, wie jetzt in der Beziehung zu Familienmitgliedern oder zu den eigenen Kindern. Aber es gibt da durchaus also schon ähnliche Forschungsbefunde zu Führungsstilen und zu Erziehungsstilen und die Ergebnisse sind doch relativ ähnlich. Diese mangelnde Klarheit, also diese fehlenden Grenzen oder die zu starren Grenzen, die führen selten zu guten Ergebnissen, weder in der Arbeitswelt noch in der eigenen Familie, wenn man das Wort Ergebnis verwenden möchte an dieser Stelle. Also von dem her, traut euch gut in den Grenzen zu sein, macht euch immer wieder Gedanken darüber, seid nicht frustriert selber, wenn es nicht sofort funktioniert. Weil der Punkt ist ja, die Kinder sind für uns auch eine gute Korrektur und helfen uns auch in aller Regel noch mal gut an unserer eigenen Frustrationstoleranz zu arbeiten, weil wir ständig mit den Kindern die Erfahrung machen, oh das hat jetzt aber nicht gut funktioniert, oh jetzt wurde ich wieder nicht ernst genommen, oh jetzt muss ich es noch mal sagen. Und da kann man ja, wenn man mal seine Perspektive wechselt, sich nicht selber begleitet und sagt, oh ich hab's aber wieder schwer, meine Kinder akzeptieren überhaupt keine Grenzen, ja ist super mühsam und anstrengend. Man kann aber auch Buddha-Qualitäten entwickeln, man kann sagen, ja hat nicht gut funktioniert, es ist aber trotzdem wichtig, ich bleibe dran. Das ist mein Job als Elternteil, ich gebe nicht auf. Aus zweimal mache ich fünfmal und aus zehnmal mache ich hundertmal. Immer und immer und immer wieder. Ich bleibe an diesem Thema dran und ich werde nicht müde, mit meinem Kind darüber zu sprechen, ich werde nicht müde, darüber zu verhandeln und das ist für mich wirklich die Essenz von guter Erziehung. Darauf kommt es wirklich an, nicht müde zu werden und immer und immer wieder sich auch die Mühe zu machen, mit Kindern an diese Themen dranzugehen. Und ganz ehrlich, die sind auch unwahrscheinlich dankbar, wenn man da an manchen Punkten mit ihnen nicht aufgibt. Eine erste Folge zu dem großen Thema Grenz. Also macht gut und bis bald.
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