
Die Kulturloge Dresden ist ein Verein, der allen Menschen in der Stadt kulturelle Teilhabe ermƶglicht. Jenz Steiner sprach mit drei Menschen, die das Projekt maĆgeblich voranbringen: Christian Krentel-Seremet, Esther Heincke und Sindy Rogoll berichteten von ihrer Arbeit für die Kulturloge Dresden.
Attribution-ShareAlike 4.0
You must give appropriate credit, provide a link to the license, and indicate if changes were made.
Learn moreListen to Ein Besuch in der Kulturloge Dresden mit Soundbett by Jenz Steiner MP3 song. Ein Besuch in der Kulturloge Dresden mit Soundbett song from Jenz Steiner is available on Audio.com. The duration of song is 11:44. This high-quality MP3 track has 320 kbps bitrate and was uploaded on 5 Sep 2024. Stream and download Ein Besuch in der Kulturloge Dresden mit Soundbett by Jenz Steiner for free on Audio.com ā your ultimate destination for MP3 music.










Creator Music & SFX Bundle
Making videos, streaming, podcasting, or building the next viral clip?
The Content Creator Music & SFX Bundle delivers 70 packs of hard-hitting tracks and sound effects to give your projects the fresh, pro edge they deserve.










Comment
Loading comments...
The Kulturloge Dresden is a nonprofit organization that provides free access to cultural events for people who cannot afford it. They are funded by public support and rely on volunteers to make their work possible. The organization aims to combat social isolation and improve the lives of individuals by offering them the opportunity to participate in cultural activities. They have facilitated over 100,000 tickets and currently support 5,500 guests. The Kulturloge Dresden also focuses on inclusion, ensuring that individuals with disabilities or impairments can also participate in cultural events. The organization's projects include outreach programs, cultural mailings, and cultural companionship. Despite the challenges they face, the Kulturloge Dresden believes in the positive impact of cultural participation on people's lives and continues to strive for expansion and improvement. Wenn die Menschen weniger Geld haben, dann gehen sie automatisch zur Tafel und holen sich dort Lebensmittel. Bei der Kultur ist es so, wenn die Menschen weniger Geld haben, gehen sie nicht hin, sondern bleiben fern. Das sagt Christian Kremke-Zirnet, er ist Vorstandsvorsitzender der Kulturloge Dresden. Das ist ein schleichender Prozess, der psychologisch begründet ist. Erstens fƤllt es schwer, das Geld dafür aufzubringen. Sie ziehen sich zurück und sehen sich tatsƤchlich nicht mehr als Teil der Gesellschaft, auch nicht als wertgeschƤtzter Teil der Gesellschaft. Sie isolieren sich und wir versuchen die Menschen aus dieser Isolation wieder rauszuholen. Sein Verein ermƶglicht, dass wirklich alle am Dresdner Kulturleben teilhaben kƶnnen. Die Kulturloge Dresden vermittelt freien Eintritt an Menschen, die sich das auf eigener finanzieller Kraft nicht leisten kƶnnen. Und das jetzt schon seit zwƶlf Jahren. Wir haben diese Idee übernommen. Seinerzeit brachte Katja Kipping die aus Berlin mit und stellte das hier vor. Dann haben wir uns dieser Idee angeschlossen und seit 2012 setzen wir das um. Aber gute Ideen kosten auch Geld. Ich wollte von Christian Krentzel-Limmitz wissen, wie sich die Kulturloge Dresden finanziert und wie der Verein auch in Zukunft kulturelle Teilhabe für alle ermƶglichen will. Unsere Haupteinkommensquellen sind Fƶrderung der ƶffentlichen Hand, insbesondere der Stadt Dresden, dort des Sozialamtes, aber auch des Kulturamtes. Wir erreichen bei Weitem nicht alle Menschen in der Stadt, die wir erreichen kƶnnten und die unsere Unterstützung brƤuchten. Wir müssten unsere Arbeit eigentlich ausweiten, aber wir freuen uns darüber, wenn wir sowohl im Bereich der Kulturfƶrderung als auch im Bereich der Sozialfƶrderung die Arbeit, die wir derzeit machen, beibehalten kƶnnen und wenn mƶglich noch ausweiten kƶnnen. Das geht nur mit viel ehrenamtlichem Engagement der Menschen in Dresden. Wie das konkret aussehen kann, weiĆ Sini Rogol. Sie ist Projektleiterin in der Kulturloge Dresden und beschƤftigt sich mit dem Thema Inklusion. Man kann uns regelmƤĆig oder einmalig spenden zukommen lassen. Man kann uns ehrenamtlich unterstützen. Wie wir schon gesagt haben, wir suchen regelmƤĆig auch Vermittlerinnen, die Menschen anrufen und Angebote unterbreiten. Man kann uns als Kulturbegleitung unterstützen und andere Menschen wiederum ins Theater, in die Kulturveranstaltungen begleiten. Wie das im Alltag konkret aussieht, beschreibt Esther Heinke. Sie ist ebenfalls Projektkoordinatorin im Verein. Der grƶĆte Bereich, wo man bei uns mitmachen kann, sind wahrscheinlich die ehrenamtlichen Vermittlerinnen. Die bekommen quasi von uns ein Arbeitshandy und sind in unserer Vermittlungssoftware geschult und kƶnnen dann von zu Hause aus oder wenn sie wollen, wir haben ja auch ein Büro, kann man auch quasi sich Bürozeiten einschreiben und dann hier kommen, unsere GƤste anrufen und dann eben vorschlagen. Hallo, wie geht es Ihnen denn, was haben Sie am nƤchsten Dienstag vor? Mƶchten Sie gern dort und dort hingehen? Und dann sagt die Person ja, es passt. Oder sie sagt, ach, da kann ich gerade nicht, da kommt die Familie zu Besuch. Dann, genau, geht es halt, okay, wann haben Sie denn Zeit? Und dann suchen wir was Passendes raus. Und mit dieser Arbeit erreicht und unterstützt die Kulturloge Dresden richtig viele Menschen in der Stadt. Die konkreten Zahlen kennt Christian Sanktusere mit. Wir haben über 100.000 Karten vermittelt. Wir betreuen derzeit 5.500 GƤste in der Stadt. Das sind ca. knapp 10% der EmpfƤnger sozialer Transferleistungen in der Stadt. Manchmal braucht es für die Arbeit in der Kulturloge Dresden auch spezielle FƤhigkeiten. Etwa ein HƤndchen für Zahlen und Tabellen als Staatsmeisterin im Vorstand oder Fremdsprachenkenntnisse. Die Nachfrage bei uns wƤchst auch, dass wir Vermittlerinnen brauchen, die in verschiedenen Sprachen vermitteln kƶnnen. Wir brauchen mehr Russisch, wir brauchen mehr Arabisch, Persisch, TitƤnisch. Genau, wir brauchen einfach diese Viersprachigkeit, damit auch Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen, trotzdem die Mƶglichkeit haben, in Kulturveranstaltungen zu gehen. Das alles ist ein riesiger personeller und logistischer Aufwand. Da stellt sich mir natürlich die Frage, ist es nicht nur ein Tropfen auf den heiĆen Stein? Ein Theater- oder Konzertbesuch ist ja ganz schƶn, Ƥndert aber nichts an meiner Arbeitslosigkeit oder prekƤren sozialen Situationen. Ich will ja jederzeit an Kultur teilhaben kƶnnen und die Eintrittskarten für mich und meine Familie auch selber bezahlen. Christian Krentl gerinnert, weiĆ ganz konkret, was kulturelle Teilhabe für einen Einfluss auf das Leben von Menschen in schwierigen Lagen haben kann und unterstreicht, dass die Ermƶglichung von kultureller Teilhabe, die Ermƶglichung von Kulturerlebnissen im Leben von Menschen konkret Verbesserungen herbeiführen. In Einzelmomenten, aber auch strukturell für ihr Leben. Denn Teilhaben am Kulturleben, das ist mehr als nur mal einen schƶnen Abend zu haben. Manche Leute kommen zu uns und sagen, sie finden über das, was wir ihnen ermƶglicht haben, die Kraft, die Motivation, wieder ins Erwerbsleben zurückzugehen. Und Esther Heinke fƤllt da auch gleich ein konkretes Beispiel ein. Wir haben letzten Monat eine E-Mail bekommen von einem Menschen, der hat sich abgemeldet, hat gesagt, er ist jetzt von der Langzeit arbeitslos wieder in einem guten Job gelandet und hat uns ab dem Tag eine monatliche Spende angegeben. Das heiĆt, er war so dankbar, dass wir ihm sozusagen über die Zeit immer mal wieder einen schƶnen Abend ermƶglicht haben, dass er jetzt, wo er wieder Geld hat, regelmƤĆig für uns spendet, damit die Arbeit weitergeht. Und das sind so kleine GƤnsehautmomente. Und von diesen kleinen GƤnsehautmomenten gibt es für die Menschen, die in der Kulturloge Dresden aktiv sind, viele. Etwa, wenn in der Vorweihnachtszeit bei der Aufführung von Tchaikowskis Nussknacker die Semperoper mit glücklichen Kindergesichtern gefüllt ist. Aber das ist nur ein von ganz vielen Beispielen. Wir haben über 80 Kultur- und SportpartnerInnen im ganzen Raum Dresden. Viele sind nicht bekannt. Alle kennen das Dartschauspiel, alle kennen das Boulevardtheater. Wenige Menschen kennen das Theater auf Rudi oder Landstreicher, die uns quasi mit Pop- und Rockkonzerten versorgen. Und wir wollen einfach gern, dass die Leute die Vielfalt sehen und das auch anfangen zu nutzen. Das ist groĆartig, was hier einfach alles in der Stadt los ist. Innerhalb der Kulturloge Dresden gibt es verschiedene Projekte. Eins davon ist das Klick-Projekt. Dort gehen wir in die schwerpunktmƤĆig von sozialen Transferleistungen betroffenen Quartiere und machen dort kleine Kulturveranstaltungen, InformationsstƤnde auf der StraĆe, auf Stadtteilfesten, in den SozialƤmtern, aber auch bei Sozialberatungseinrichtungen und werben dort direkt vor Ort für Kultur und für unsere Arbeit und gewinnen dort GƤste. Das sagt Christian Trentel-Seremet und Esther Heinke ergƤnzt noch, Wir versuchen auch immer noch kreative Formen zu finden der GƤstewerbung. So haben wir dieses Jahr zum Beispiel im Juni 13 Fahrten mit dem Projekt Metropolis gemacht und sind in den StraĆenwagen gefahren und haben dann dort quasi auch die Arbeit der Kulturloge vorgestellt. Und Simi Rogol berichtet noch von der Kulturpost, einem ganz anderen Projekt, das auch für kulturelle Teilhabe steht und ohne Eintrittskarten funktioniert. Die Kulturpost ist ein Projekt, was zu Corona-Zeiten entstanden ist, als wir kaum oder wenig oder keine Veranstaltungen hatten. Es gab ja alle Mƶglichkeiten, zunƤchst keine, dann irgendwie nur wenige. Und Kulturpost bedeutet im Grunde genommen genau das. Man bekommt Post von uns und zwar ist da auch was drin. Das ist ein kleines PƤckchen mit einem Buch. Das wird genauso wie die Veranstaltungen vorher vermittelt. Das gibt es auch immer noch. Wir haben das am Leben erhalten, weil wir gesagt haben, es gibt auch immer mal GƤste, die vielleicht einen lƤngeren Krankenhausaufenthalt haben oder irgendetwas anderes, aus dem Grund sie eben gerade nicht Veranstaltungen wahrnehmen kƶnnen, aber trotzdem in den Genuss von Kultur kommen sollen. Und dann schenken wir genau diesen Menschen eben ein Buch, was wir ihnen per Post zukommen lassen. Cindy Rogoy kümmert sich in der Kulturloge maĆgeblich um das Thema Inklusion. Das heiĆt, sie ermƶglicht mit ihrer Arbeit, dass Menschen mit kƶrperlichen, seelischen und geistigen Behinderungen oder SinusbeeintrƤchtigungen ebenfalls an Kulturereignissen teilhaben kƶnnen und entsprechend betreut und begleitet werden. Warum das so wichtig ist, erklƤrt sie so. Menschen, die kƶrperliche EinschrƤnkungen haben, kriegen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen. Menschen, die psychische EinschrƤnkungen haben, nicht unbedingt. Es gibt noch sehr wenige Safe Spaces. Es gibt sehr wenige Menschen, die damit umgehen kƶnnen, wenn jemand plƶtzlich eine Panikattacke hat, auch weil viel Unwissen dahinter besteht. Also es weiĆ einfach keiner. Es weiĆ auch keiner, was passiert denn jetzt da eigentlich. Und man sieht es den Menschen nicht an. Man sieht das gebrochene Bein oder den Rollstuhl, aber man sieht nicht, ob der Mensch sich gerade unwohl fühlt, weil dort 100 Leute im selben Raum sitzen. Und weil er mitten im Raum ist und denkt, oh Gott, wie komme ich denn an die Seite. Und das sind aber Sachen, damit versuchen wir, aktiv auf Leute zuzugehen, auch darüber zu sprechen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Wir finden aber, es ist eine schƶne Mƶglichkeit. Und wir haben darüber eben dieses Projekt, Unterprojekt Kulturbegleitung ins Leben gerufen und haben einige Ehrenamtliche akquirieren kƶnnen, die regelmƤĆig zur Verfügung stehen, andere Menschen in Kulturveranstaltungen zu begleiten und daraufhin auch geschult sind. Wie in nahezu jedem Verein, gibt es auch in der Kulturloge Dresden regelmƤĆige Hƶhepunkte, die den Laden wie KISS zusammenhalten. Und welche das sind und welche Rolle die spielen, weiĆ Christian Kremke sehr nett. Ja, wir machen einmal im Jahr einen Herbstfest. Also da treffen wir uns und freuen uns auch über das, was wir erreicht haben im Laufe des Jahres. Für mich persƶnlich sind allerdings auch immer die Hƶhepunkte, die monatlichen Treffen mit den VermittlerInnen, weil das so ein zentrales Element ist, wo unsere Arbeit immer sich so sinnvoll zusammenfindet. Und vielleicht finden du und die Kulturloge nun auch zusammen, wenn das für dich alles super spannend und interessant klingt, du dich auch einbringen mƶchtest und anderen Menschen Teilhabe am kulturellen Leben ermƶglichen willst oder vielleicht eine Bundesfreiwilligendienststelle suchst, geh einfach mal auf die Seite kulturloge-dresden.de oder auf unsere Webseite coloradio.org. Dort findest du alle Kontaktdaten. Ich persƶnlich habe Eindruck davon, mit welcher SelbstverstƤndlichkeit Esther, Christian und Cindy in der Kulturloge organisatorische Arbeit von unschƤtzbarem Wert leisten und damit Menschen nicht nur am Kulturleben teilhaben lassen, sondern auch empowern, aufbauen und Mut machen.
There are no comments yet.
Be the first! Share your thoughts.
